Unfallstatistik 2025: weniger Unfälle, mehr Tote

Die Polizeidirektion Ost (PD OST) umfasst die Landkreise Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Frankfurt (Oder). Insgesamt sank hier die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2025 das zweite Mal in Folge. Die Zahl der Toten hat allerdings zugenommen.

58 Verkehrstote gab es 2025 auf den Straßen im Bereich der Polizeidirektion Ost. 30 Menschen starben auf Grund überhöhter Geschwindigkeit.

Wer sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, ist ein Verkehrshindernis. Zumindest kann es ihm so erscheinen. 50 km/h innerorts? Das fühlt sich an, als stünde man still, wenn SUV und Lieferwagen mit Karacho an einem vorbeiziehen. Und 100 auf der Landstraße scheint eher Richtwert als Höchstgeschwindigkeit. Dass da nicht viel mehr Unfälle geschehen, scheint manchmal wie ein Wunder. Tatsächlich ist die Unfallstatistik für 2025 der Polizeidirektion Ost (PD Ost) gar nicht einmal so negativ – auf den ersten Blick zumindest. Auf den zweiten Blick zeigt sich das Geschehen differenzierter.

Die PD Ost umfasst die Landkreise Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree sowie die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder). Insgesamt sank die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2025 das zweite Mal in Folge auf den niedrigsten Wert seit fünf Jahren. Waren es 2023 noch 22.178 und 2024 21.878 Unfälle, so ereigneten sich 2025 „nur noch“ 21.621 Verkehrsunfälle. Das betrifft alle Landkreise der PD Ost. Auf den Autobahnabschnitten ist die Zahl der Unfälle allerdings leicht gestiegen.

Ebenfalls positiv: Die Zahl der Unfälle mit Personenschäden nahm leicht ab, auch die Anzahl der verletzten Personen ist leicht gesunken, nämlich von 3171 im Jahr 2024 auf 3085 im Jahr 2025. Signifikant sind diese rund 3 Prozent nicht, aber immerhin scheint sich ein Trend fortzusetzen. Sehr viel stärker sank die Zahl der schwerverletzten Unfallbeteiligten, nämlich um 12 Prozent von 549 auf 483 Personen. 62 Prozent aller Verletzten verunglückten übrigens innerorts.

Jetzt das Aber: im Bereich der PD Ost stieg die Anzahl der Verkehrstoten deutlich, nämlich von 39 im Jahr 2024 auf 58 im Jahr 2025. In Märkisch-Oderland ging die Zahl der getöteten Unfallopfer zurück, laut Polizeidirektion allerdings auch deshalb, weil sie im Jahr zuvor deutlich gestiegen war.

24 der insgesamt 58 Unfalltoten ließen ihr Leben nach Kontrollverlust über ihr Fahrzeug durch Zusammenstöße mit einem Straßenbaum. Das sind acht mehr als im Vorjahr, obwohl gleichzeitig die Anzahl der sogenannten Baumunfälle zurückgegangen ist.

Und welche Rolle spielt zu schnelles Fahren? Die Anzahl der Verkehrsunfälle, die auf überhöhte Geschwindigkeit oder auf nicht an Fahrbahn oder Witterung angepasste Geschwindigkeit zurückgeht, stieg gegenüber 2024 um 18 Prozent auf 1512 Unfälle. 504 dieser Unfälle gingen mit Personenschäden einher, das ist eine Steigerung um 9 Prozent. Noch dramatischer ist die Entwicklung bei der Anzahl der verletzten oder getöteten Personen. 12 Prozent mehr Menschen wurden verletzt, nämlich 647. Die Zahl der getöteten Menschen stieg um 88 Prozent auf 30. Damit sei, so die PD Ost, rund jeder zweite Unfalltote auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen.

Die Anzahl der Unfälle beim Überholen stieg in der PD OST um 15 auf insgesamt 560 Fälle. 174 Personen wurden verletzt und damit 9 mehr also 2024. Sechs Menschen starben, fünf waren es im Jahr zuvor.

Insgesamt wurden 270 Kinder verletzt und damit 12 weniger als im Vorjahr. Allerdings starben drei Kinder unter 14 Jahren, 2024 war kein Kind tödlich verunglückt.

Jeder Verkehrstote ist einer zu viel, auch jede verletzte Person. Was tut die Polizei, was kann sie tun? Neben Aufklärung natürlich auch Verkehrsüberwachung. Von Seiten der PD Ost heißt es dazu: „Eine zentrale Aufgabe der Polizei in der Verkehrssicherheitsarbeit bleibt die Verkehrsüberwachung. Die Akzeptanz und Einhaltung bestehender Verkehrsvorschriften wird maßgeblich durch deren Kontrolle beeinflusst. Neben täglichen Geschwindigkeitskontrollen mit automatisierter Messtechnik kamen auch Handlasermessgeräte durch den Wach- und Wechseldienst sowie durch die Revierpolizei zum Einsatz. Im Jahr 2025 sind in der Polizeidirektion Ost insgesamt 294.608 Geschwindigkeitsverstöße registriert worden, von denen 10.570 mit den Handlasermessgeräten durch Bedienstete festgestellt wurden.“

Wer viel in Märkisch-Oderland unterwegs ist, wird wissen, wo oft „gelasert“ wird. Es gibt allerdings eine Vielzahl von Strecken, auf denen es sich vielleicht anbieten würde, auch hier hin und wieder ein mobiles Blitzgerät aufzustellen, um allzu ungeduldige Fahrerinnen und Fahrer an die Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen zu erinnern.

Mehr Aus dem Ressort Gesellschaft

Die künstlich erschaffene, trocken gelegte Region ringt um seine Identität. Dabei geht es um Familiengeschichten, Anpassung, Veränderungen, um den Umgang mit Wasser, Wind, Sonne und Erde. Was macht die Region aus? Ist es die stete Veränderbarkeit an sich? Ein Versuch des Verstehens.

Im Kita-Alltag werden Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten schnell in Schubladen gesteckt, die Schuld bei den Eltern gesucht. Die Hürden, Hilfen für neurodivergente Kinder zu erhalten, sind hoch. Eine Elterninitiative im Kreis Märkisch-Oderland will betroffenen Kindern, ratlosen Eltern und überlasteten Betreuer:innen helfen. Ein Gespräch mit Initiatorin Nicole Kirstahler.

Auf Neulinge wirkt Yoga schnell wie eine Aneinanderreihung unmöglich nachzuahmender Verrenkungen. Und das sollen Dreijährige können? „Ja“ sagt Patty Kramer, Inhaberin der Yogilini Spielewelt: Sogar Einjährige könnten  mit Yoga beginnen. Ein Interview mit der Kursleiterin über kindliche Freude an Bewegung.

Rettung in letzter Sekunde: das Gutshaus in Altfriedland stand vor dem endgültigen Verfall. Dann übernahm es Familie von Oppen. Und obwohl noch immer Spuren des jahrzehntelangen Verfalls deutlich sichtbar sind, mausert sich das alte Gebäude in Altfriedland zu einem „Gutshaus der Zukunft“. Diese soll hier aktiv gestaltet werden. Ein Interview mit Christian von Oppen.

Landwirtschaft schrammt an Grenzen. Klimatisch, finanziell und durch alternative Flächennutzung. Einige Menschen machen es anders. Kleiner, näher, direkter und solidarisch. 17 Hektar Fläche für eine stärkere Beziehung zwischen Landwirtschaft und Mensch. Was heißt das genau? Ein Gespräch mit Sonia Bouissef-Rekab Ilyas, Judith Viebach, Katharina Demandt von der Lawine ...

Dieses Jahr wurden erneut Temperaturrekorde geknackt. Tagelange Hitze ist für einige unangenehm, für andere eine echte Gefahr. Ursachen, Folgen und Auswirkungen hausgemacht.

Am 17. Juni 1991 wurde der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag in Bonn unterzeichnet. Vor Ort sind es vor allem die Deutsch-Polnischen Gesellschaften, die sich für Vertrauen, Zusammenhalt und grenzüberschreitende Begegnungen engagieren. DER BLICK sprach mit der Vorsitzenden des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaften (dpgb), Simona Koß und ihrer polnischen Amtskollegin Dr. Aleksandra Burdziej.

23 Pferd-Reiter-Paare waren der Einladung von Romina Stolze und Dr. Ina Drewes zum ersten "Blick ins Oderland-Distanz" gefolgt und starteten von Biesdorf aus Strecken zwischen 47 und 90 Kilometern Länge. Eine ordentliche Herausforderung, die man der Landschaft nicht auf Anhieb ansah.

Seit Jahren scheint Trebnitz besonders anziehend für die Musca domestica, die gemeine Stubenfliege. Sie tritt in Massen auf, beendet Feiern und Seminare und nervt selbst den Mechaniker unter dem Auto. Eine Fliegengruppe will Abhilfe schaffen – auch durch die Ansiedlung von Schwalben ...


Entdecke mehr von Der Blick auf Märkisch-Oderland

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.