Wohnungen im Landkreis sind entweder zu teuer, zu klein oder zu weit weg von den Bedarfen des Alltags. Das Suchen und Finden ist eine Herausforderung, vor allem, wenn die Familien groß sind und der Staat die Miete zahlt. Geflüchteten Familien fällt das aktuell auf die Füße.
Kommunen in Not – Bund verspricht Entlastung
„Wir erleben gerade die größte kommunale Finanzkrise im Nachkriegsdeutschland“, sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung und rief Städte und Gemeinden zum Protesttag am 22. Juni auf. Nur drei Tage später beschlossen Bundeskanzler Friedrich Merz und die Ministerpräsidenten der Bundesländer ein Entlastungspaket für die gebeutelten Kommunen. Doch wird das helfen? Von Steffen Blunk
Protestveranstaltungen vor Rathäusern sind kein ungewöhnliches Bild. Wenn die Protestierenden allerdings Bürgermeister und Mitarbeitende der Verwaltungen sind, dann stellt das schon eine Besonderheit dar. Am 22. Juni zeigte sich ein solches Bild, als unter anderem der Wriezener Bürgermeister Karsten Ilm und Stadtkämmerer Lars Große auf die finanzielle Situation Wriezens aufmerksam machten. „Das letzte Kapitel für unsere Bibliothek“ stand beispielsweise auf den Plakaten zu lesen, die Mitarbeitende der Stadtverwaltung hielten, oder: „Leere Kassen löschen keine Brände“.
Bundesweit gingen an diesem Tag Verwaltungschefs auf die Straßen, drehten Facebookvideos und wiesen auf ihre klammen Kassen hin. Den Brandenburger Gemeinden geht es dabei noch vergleichsweise gut, die Verschuldung ist niedriger als in manch anderem Bundesland. Aber dennoch haben sie sich laut Bertelsmann Stiftung innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt, nämlich auf 832 Millionen Euro. Und die Spirale droht sich zu beschleunigen.
Nur drei Tage nach den Protesten einigen sich der Bund und die Länder auf eine Entlastung der Kommunen. Werden Bundesgesetze beschlossen, die den Gemeinden Mehrkosten aufbürden, oder zu Mindereinnahmen führen, so übernimmt der Bund davon ab 1. September – nein, nach der Konferenz wurde das doch noch mal auf den 1. Oktober verschoben, dann aber! – 80 Prozent. Allerdings gibt es Einschränkungen: Erst wenn die Belastungen (oder Mindereinnahmen) der Kommunen 200 Millionen übersteigen und auch nur, wenn die Gesetze nach dem 1. September – nein, im Nachgang wurde das auf den 1. Oktober verschoben – in Kraft treten. Die Länderchefs sind zufrieden, Bundeskanzler Merz sowieso. Er sprach gar von einem „neuen Geist föderalen Miteinanders“. Amtsdirektoren und Bürgermeister in Märkisch-Oderland sehen diesen neuen Geist allerdings noch recht skeptisch …
Den Leitartikel finden Sie hier: https://mol-blick.de/kommunen-in-not-bund-verspricht-entlastung/
Kommentar
Herr Merz, liefern Sie oder treten Sie ab!
Von Steffen Blunk
Wenn bundesweit Bürgermeister und Amtsdirektoren gegen ihre eigene Bundesregierung und ihre Landesregierungen auf die Straße gehen, dann gleicht das schon einer Revolution. Nun, einer sehr gesitteten, denn der Aktionstag „Kommunen am Limit“ verlief trotz allem sehr geordnet. Aber: Den Kommunen und vielen Landkreisen steht das Wasser bis zum Hals.
Dass sich drei Tage später Bundeskanzler Friedrich Merz und die Ministerpräsidenten aller Bundesländer zusammensetzen und Entlastungen für die Kommunen beschließen, ist ein freundlicher Zufall, der dem Kanzler in die Hände spielt. Er hat sich von den Ministerpräsidenten auch mehr Zugeständnisse abringen lassen, als diese vorab zu hoffen gewagt haben.
Aber: die Hauptverwaltungsbeamten in Märkisch-Oderland, die wir befragt haben, sind mit den Beschlüssen unzufrieden, auch wenn sie das nicht ganz so deutlich ausdrücken. „Guter Anfang, aber geht nicht weit genug.“ Oder: „Grundsätzlich sind die Kommunalfinanzen auf andere Füße zu stellen.“ Das ist massive Kritik an Kanzler und auch Ministerpräsidenten.
Für den Kanzler mit dem unwiderstehlichen Charme eines Bolzenschneiders ist diese Kritik eigentlich eine klare Aufforderung: „Liefern Sie oder treten Sie zurück!“ Dass er die Zeichen der Zeit, den Sturm, der sich in den Kommunen zusammenbraut schon versteht und entsprechend handelt, ist nach den Erfahrungen der vergangenen Monate nicht zu erwarten. Ich erwarte eher, dass er den Bürgermeistern sagt: „Ihr müsst aber auch mal mehr leisten! Wenn jeder nur ein bisschen mehr arbeiten würde, hättet Ihr auch mehr Geld in der Kasse!“ Mal sehen, ob dann der nächste Aktionstag immer noch so geordnet verläuft.
Leserbriefe schicken Sie bitte an post@mol-blick.de
Die Dorfbewegung Brandenburg – Netzwerk Lebendiger Dörfer e.V. – führte dieses Jahr zum dritten Mal das "Parlament der Dörfer" durch. Bei diesem wurden Forderungen der Dörfer zusammengetragen und an die Landespolitik übergeben. Ein Gespräch mit Dietrich Arndt.
Am 16. Juli 2026 diskutierte der Gemeinderat in Petershagen/Eggersdorf über Mähroboter und Igel. Die einen wollen ein Verbot, andere vertrauen auf den gesunden Menschenverstand. Regeln sind vorhanden, Kontrolle kaum möglich.
Die Geburtshilfe im Krankenhaus Strausberg kann die Anforderungen der Krankenhausreform weder kurz- noch langfristig erfüllen. Sie wurde deshalb zum 29. Juni eingestellt. Die Immanuel Klinik Rüdersdorf übernimmt die Versorgung ...
Am 16. Juni stellte die Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt in Märkisch-Oderland (BorG) die Chronik für 2025 vor. Diese dokumentiert Vorfälle rechter Gewalt in Märkisch-Oderland. Vorfälle insgesamt mir steigender Tendenz neuer Höchststand bei Angriffen ...
Der Rückzug Carolin Schönwalds aus dem Kreistag hat das grobe Missverhältnis zwischen weiblichen und männlichen Kommunalpolitikerinnen in den Fokus gerückt. Besonders drastisch ist es in Wriezen, wo Celeste Schubert die einzige Frau neben 17 männlichen Stadtverordneten ist. Ein Gespräch über Naivität, Frust und das Fehlen weiblicher Perspektiven ...
Dieses Jahr wurden erneut Temperaturrekorde geknackt. Tagelange Hitze ist für einige unangenehm, für andere eine echte Gefahr. Ursachen, Folgen und Auswirkungen hausgemacht.
Gedöns oder deutsche Ingenieurskunst. Realitätscheck mit einem gebrauchten E-Auto in Märkisch-Oderland.
Landwirtschaft schrammt an Grenzen. Klimatisch, finanziell und durch alternative Flächennutzung. Einige Menschen machen es anders. Kleiner, näher, direkter und solidarisch. 17 Hektar Fläche für eine stärkere Beziehung zwischen Landwirtschaft und Mensch. Was heißt das genau? Ein Gespräch mit Sonia Bouissef-Rekab Ilyas, Judith Viebach, Katharina Demandt von der Lawine ...
Die Getreideernte hätte dieses Jahr in ganz Deutschland eine überdurchschnittlich gute werden können. Im Juni jedoch ging eine erste Hitzewelle über Deutschland hinweg und hat vielerorts für massive Schäden gesorgt ...
Am 17. Juni 1991 wurde der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag in Bonn unterzeichnet. Vor Ort sind es vor allem die Deutsch-Polnischen Gesellschaften, die sich für Vertrauen, Zusammenhalt und grenzüberschreitende Begegnungen engagieren. DER BLICK sprach mit der Vorsitzenden des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaften (dpgb), Simona Koß und ihrer polnischen Amtskollegin Dr. Aleksandra Burdziej.
23 Pferd-Reiter-Paare waren der Einladung von Romina Stolze und Dr. Ina Drewes zum ersten "Blick ins Oderland-Distanz" gefolgt und starteten von Biesdorf aus Strecken zwischen 47 und 90 Kilometern Länge. Eine ordentliche Herausforderung, die man der Landschaft nicht auf Anhieb ansah.
Viele Gemeinden und Landkreise haben Wappen. Die Geschichten dahinter sind oft unbekannt, aber interessant. Wir stellen die Wappen vor. Diesmal das Wappen von Bad Freienwalde ...
Schon 2019 feierte das Theaterstück nach Christian Krachts Roman "Imperium" Erfolge im Theater am Rand. Nun inszeniert Thomas Rühmann es neu. Ein hochaktuelles, bitter-fröhliches Spektakel um einen fanatischen Vegetarier zu Beginn des 20. Jahrhunderts ...
Viele Gemeinden und Landkreise haben Wappen. Die Geschichten dahinter sind oft unbekannt, aber interessant. Wir stellen die Wappen vor. Diesmal das Wappen von Falkenhagen (Mark) ...
Leitartikel und Kommentare vorheriger Ausgaben
Ist das Geld in der Stadtkasse knapp, spürt das Jeder unmittelbar. Und die Kassen vieler Ämter und Kommunen sind leer, auch in Märkisch-Oderland. Oft unverschuldet, weil sogenannte Pflichtausgaben die Einnahmen übersteigen. Jetzt verspricht der Bund Entlastungen, so richtig überzeugt aber sind kommunale Verwaltungschefs davon noch nicht. Von Steffen Blunk
Der Grundwasserverbrauch ist höher als die Neubildung. Die Verfügbarkeit ist begrenzt, die Interessen vielfältig. Die Verantwortung für die Trinkwassersicherheit liegt im Hier und Jetzt. Ob das bei den Wasserverbänden schon angekommen ist, ist nicht immer klar ...
Mit dem Rücktritt von Carolin Schönwald verliert der Kreistag Märkisch-Oderland eine seiner wenigen weiblichen Abgeordneten. Für die Gleichberechtigung, für feministische Themen, überhaupt für Frauen ist der Frauenannteil in der Kommunalpolitik dramatisch ...
Nur positives!
Seit 2024 ist der Bürgerbus der Gemeinde Prötzel im Einsatz. Der – übrigens vollelektrische – Kleinbus war Anfang November übergeben worden und dient seitdem als ehrenamtlich organisierter Fahrdienst für die Ortsteile Prötzel, Prädikow und Sternebeck ...
Die Idee sollte Bürgerinnen und Bürgern mehr Flexibilität bringen: Das Ausgabeterminal am Markt in Eggersdorf. Das ging nicht ohne Hürden. Mit Stephan Schwabe, Fachbereichsleiter Bürgerdienste und Standesbeamter der Gemeinde Petershagen/Eggersdorf, sprachen wir über Umsetzbarkeit, Hürden und Chancen ...
Anzeige
Für die Unterstützung unserer Zeitung danken wir der Firma
Erdbau Schulzendorf
Torsten Kindler
Scheunenweg 3
16269 Wriezen
https://erdbau-schulzendorf.de
