Ein Blick auf Märkisch-Oderlands schöne Seiten: Frühling in Müncheberg

Ein Blick auf Märkisch-Oderlands schöne Seiten: Frühling in Müncheberg. Foto: sbl

Es existiert nur,
was in der Zeitung steht

Wenn klassische Medien sich aus der Fläche zurückziehen, wenn nur noch veröffentlicht wird, was Klicks bringt, dann steht viel zu vieles auf der Kippe, vor allem im ländlichen Raum.  Höchste Zeit, diesem Rückzug etwas Neues entgegenzusetzen!

Die Auflagen fast aller Tageszeitungen in Deutschland gehen seit Jahren zurück. Sie befinden sich in einem Abwärtsstrudel: die Kosten steigen. Also muss die Produktivität erhöht werden. Das geht zu Lasten der Qualität. Abonnenten kündigen.  Abopreise steigen, Werbeeinnahmen sinken. Ein Teufelskreis. Die Folgen, vor allem für den ländlichen Raum, sind verheerend, auch in Märkisch-Oderland. Denn letztendlich findet nur statt, existiert nur, was in der Zeitung steht.

Beispiel Kommunalpolitik

Längst ist es für Redakteure nicht mehr üblich, in Stadtverordneten-Versammlungen oder Gemeinderatssitzungen zu gehen – oder gar in Ausschusssitzungen! Viele, auch wichtige Themen finden so ihren Weg nicht mehr in die Öffentlichkeit. Wenn aber niemand mehr über das berichtet, was die ehrenamtlichen (!) Gemeinderäte und Stadtverordneten so machen, wenn Beratungen, Diskussionen, Auseinandersetzungen, der ganze lange Weg bis zur Beschlussfassung, nicht mehr beschrieben und erklärt werden, nehmen Unverständnis und in der Folge Politikverdrossenheit zu. Logisch, dass immer weniger Menschen Lust haben, sich kommunalpolitisch zu engagieren.

Aber es betrifft nicht nur die Kommunalpolitik, es betrifft auch die Wirtschaft, das gesellschaftliche Zusammenleben, die Kultur. Wenn es für ein kleines Theater, ein Museum, eine Galerie zum Glückspiel wird, ob die Lokalzeitung noch über ihr Programm berichtet, woher soll das Publikum dann wissen, was im Kreis passiert?

Eine neue Zeitung entsteht

Uns beschäftigt das seit langem. Wir wollen eine andere Art der Berichterstattung. Texte, die nicht auf „Clickbait“ aus sind, sondern die sich Zeit nehmen, die erklären, Zusammenhänge darstellen. Wir wollen recherchieren, Gespräche führen, darüber berichten, was in unserer Region passiert. Nicht über alles, das schaffen auch wir nicht. Und dafür erscheinen wir auch nicht in entsprechend kurzen Intervallen. Dafür aber gründlich und ausgewogen über möglichst Vieles.

DER BLICK auf Märkisch-Oderland beginnt als Online-„Zeitung“, aber wir sind der Überzeugung, dass wir zumindest in regelmäßigen Abständen auch gedruckt erscheinen müssen. Um Menschen zu erreichen, die nicht online lesen wollen. Oder die in ihrem Ort kein schnelles Internet haben.

Die Gründung dieser Zeitung ist eine Entdeckungsreise, auch für uns. Wir freuen uns, wenn Sie uns begleiten!

Nur positives!

Die Welt scheint aus den Fugen zu geraten. Täglich werden wir von schlechten Nachrichten überschwemmt. Das belastet uns alle. Und dennoch gibt es sie, die positiven, die schönen Nachrichten. Das kann eine positive Erfahrung mit Behörden, Geschäften, Nachbarn sein, ein Moment des Glücks in der Natur, das großartige Essen in einem märkischen Gasthaus. Lassen Sie uns teilhaben an Ihren positiven Nachrichten und schreiben Sie uns an nur-positives@mol-blick.de

Seit Januar hat Rüdersdorf einen neuen Bürgermeister. Nico Nolte trat an, um Prozesse zu verbessern, praktikable Lösungen zu entwickeln und Gemeindethemen transparent zu kommunizieren. Die ersten Schritte sind bereits gemacht.

Von wegen langsam! Die Wriezener Verwaltung zeigt sich freundlich, kompetent und schnell​. Und schnell musste es gehen: Für eine Auslandsreise, die sich recht kurzfristig ergeben hat, ist ein Reisepass nötig, den jedoch hatte ich nicht.

Politik

Bis Mitte 2028 muss jede Brandenburger Gemeinde einen sogenannten Wärmeplan erstellen. Es bleiben nur noch zwei Jahre, um die Kommunale Wärmeplanung fertigzustellen. Wie ist der aktuelle Stand in Märkisch-Oderland? Und was bedeuten die Pläne überhaupt für die Einwohner?

Der neue Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU steht. 30 von insgesamt 1311 Zeilen widmen die Koalitionäre dem Thema Schiene. Es sind 30 Zeilen, in denen nichts zum Thema Streckenreaktivierung steht. Auch nicht zur Wriezener Bahn.

In ganz Märkisch-Oderland sinkt die Anzahl der Kinder und damit die Auslastung von Kindertageseinrichtungen (Kita). Kita-Schließungen sind somit an vielen Orten unvermeidlich. Strausberg geht in Fall der Kita Wirbelwind einen Weg, der beispielhaft sein kann.

Wirtschaft & Gesellschaft

ÖPNV in Märkisch-Oderland: Viel Luft im ländlichen Raum 18 Millionen Euro gab der Kreis 2025 für denÖffentlichen Nahverkehr […]

In der letzten Februarwoche fand die bundesweite Aktionswoche Childs of Addicts (CoA) für Kinder aus suchtbelasteten Familien statt. Um lokal auf das Thema und Angebote zur Selbsthilfe für Jugendliche hinzuweisen, hatte die Selbsthilfekontaktstelle in Bad Freienwalde Ende Februar zu einem solchen Selbsthilfetermin eingeladen.

„Demokratie fehlt Begegnung“ heißt das neue Buch von Rainald Manthe, das er am 20. März in der Stadtpfarrkirche Müncheberg vorstellte. Der Autor konstatiert anschaulich: "Es gibt in Deutschland einen ganz erheblichen Vertrauensverlust: Menschen vertrauen einander und infolgedessen auch Institutionen und der Demokratie immer weniger.“

Kunst & Kultur

Mit den Flamenco Jazz Masters holt das Theater am Rand eine Band auf die Bühne, die so vielleicht nur in Berlin enstehen konnte. Denn nur hier trifft eine äußerst lebendige Flamenco-Szene auf eine international bedeutende Jazz-Tradition. Die Musiker um den Flamenco-Gitarristen Tsiachris suchen die Verschmelzung von Beidem.

BERDITSCHEW - Eine Ausstellung mit Werken von Thomas Wernicke in der Galerie Villa Blunk

Am Sonntag den 22. April wird in Wriezen die Ausstellung „BERDITSCHEW“ mit Werken des Bad Belziger Künstlers Thomas Wernicke eröffnet. Auf den Spuren seines Vaters reiste Wernicke durch die Ukraine und kam dabei auch in den kleinen Ort Berditschew, wo über 20.000 Juden von der Wehrmacht ermordet worden waren.

Kommentar

Heißer Krieg und
kalte Stube

Von Christian Göritz-Vorhof

Die Straße von Hormus in Verbindung mit der kommunalen Wärmeplanung von Märkisch-Oderland zu bringen, scheint auf den ersten Blick sehr weit hergeholt: Das eine ist eine geografische Region im Nahen Osten, das andere eine Aufgabe, die Verwaltungen und Beratungsbüros in Deutschland zu erledigen haben.

Die kommunale Wärmeplanung steht für den Weg raus aus Kohle und Gas, raus aus Abhängigkeiten und rein in Preisstabilität, Planungssicherheit, Klimaschutz und CO2-Neutralität. Die Straße von Hormus ist eine Meeresenge, in der aktuell die Durchfahrt von Öltankern durch den Iran-Krieg blockiert oder zumindest beeinträchtigt wird und die so Sinnbild für unsere geografischen Abhängigkeiten ist.

Die Auswirkungen sehen wir seit Wochen an den Benzin- und Dieselpreisen an den Tanksäulen. Vorerst trifft es nur den Sprit. Aber durch den Krieg brennen auch Gasfelder im Iran, also steigt mit einiger Verzögerung auch der Gaspreis. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch die sogenannte „Ölpreiskopplung“, die Preisanpassungen bei bestehenden Lieferverträgen beschreibt.

Da wir unsere Raumwärme derzeit noch zu über 80 Prozent aus Öl und Gas erzeugen, deren Preis durch den aktuellen Konflikt unkalkulierbar steigen, wird der Zusammenhang deutlich.

Die mit dem Wärmeplanungsgesetz seit 2024 verpflichtende kommunale Wärmeplanung wird angesichts dessen zu einem notwendigen Mittel der Vorsorge vor unkalkulierbaren Heizkosten. Kommunen, die dies nicht angegangen sind, haben nun, neben der gesetzlichen Vorgabe, einen gewichtigen Grund mehr schleunigst damit zu beginnen.

Siehe Thema: https://mol-blick.de/herausforderung-und-chance-kommunale-waermeplanung/

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Für die Unterstützung unserer Zeitung danken wir der Firma 

Erdbau Schulzendorf

Torsten Kindler
Scheunenweg 3
16269 Wriezen
https://erdbau-schulzendorf.de

Kurzmeldungen

Oderbus wieder auf Fahrt durch das Oderbruch

Der Oderbus fährt wieder
Ab 4. April fährt der Oderbus Touristen wieder von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Foto: Alex Schirmer

Von April bis Anfang Oktober fährt der Oderbus 879 auch in diesem Jahr Sehenswürdigkeiten im Oderbruch an. Neu ist: er fährt nicht nur sonnabends sondern auch sonntags und an Feiertagen im Zwei-Stunden-Takt von Bad Freienwalde nach Wriezen und zurück. Erstmalig stoppt der Bus dabei auch am Oderbruchmuseum Altranft. Wie gewohnt bringt der Oderbus Besucher ins Kolonistendorf Neulietzegöricke und ans Theater am Rand. Rechtzeitig kommen Theaterbesucher abends zum letzten Zug nach Berlin.

Seit 2019 gibt es die Linie, die auf Initiative des Theaters in Zollbrücke ins Leben gerufen worden war. Informationen rund um den Bus finden Sie hier: https://oderbus.de/