Wappen und was sie uns sagen wollen - Teil 1: Märkisch-Oderland

Viele Gemeinden und Landkreise haben Wappen. Die Geschichten dahinter sind oft unbekannt, aber interessant. Wir stellen die Wappen vor und beginnen mit dem Landkreis Märkisch-Oderland. Von Juliane Roschitz

Märkisch-Oderland. Eine Region im Osten Brandenburgs zwischen Berlin und Polen, zwischen Barnim, Frankfurt (Oder) und Oder-Spree. Unser Zuhause. 45 Gemeinden, circa 200.000 Einwohnende, rund 2.159 Quadratkilometer, 11 Prozent davon sind Siedlungs- und Verkehrsflächen, 89 Prozent Vegetation und Gewässer. 36,1 Prozent der Menschen hier sind zwischen 35 und 59 Jahren, 14,3 Prozent zwischen 16 und 34 Jahren.

Ein geteiltes Land, das zusammengefügt wurde. Bis 1952 hießen die Kreise Oberbarnim, Lebus, Niederbarnim, Königsberg und Angermünde. Dann Seelow, Bad Freienwalde und Strausberg. Dann 1993 Kreisreform. Seitdem also Märkisch-Oderland. Zehn Jahre später – die Gemeindegebietsreform. Das Ergebnis: Aus 38 Landkreise werden 14. 106 Gemeinden werden 45. Viel Bewegung, viel Veränderung, veränderte Grenzen, unfreiwillig geänderte Adressen, eingesparte Orte, aufgedrückte Strukturen, zerbröselnde Dörfer, enttäuschte Erwartungen.

Geteilt und dennoch zusammen auch das, was uns verbindet. Das Wappen von Märkisch-Oderland. Oben Silber, unten Rot. Oben gen Himmel wachsend ein roter Adler, goldene Kleestängel in den Flügeln. Unten zwei Wellenlinien, zwei goldene gekreuzte Bootshaken. In deren oberer Mitte – ein goldener sechsstrahliger Stern.

Das Wappen entstand in einem Ideenwettbewerb und nimmt Bezug auf die Aufteilung bis 1952, wo die Landkreise Oberbarnim und Lebus den größten Teil des Gebietes von Märkisch-Oderland ausmachten. Die Wappen dieser beiden Kreise dienten als Grundlage für das neue Wappen. Die zwei silbernen Wellenlinien sind damals neu dazugekommen. Sie stehen für die Alte und für die Neue Oder und symbolisieren das Oderland. Der Adler im oberen Teil steht für „Märkisch“ und findet sich auch im Wappen des Landes Brandenburg. Und die Kleestängel und der goldene Stern? Die Kleeblattoptik ist laut unseren Recherchen ohne Bedeutung und optisches Relikt alter Befestigungstechniken. Zum Stern haben wir nichts gefunden. Vielleicht steht er für Weisheit, Werte oder für den Sternenhimmel über dem Oderbruch? Vielleicht ist er ein Überbleibsel der DDR?

Falls Sie dazu mehr wissen, schreiben Sie uns: wappen@mol-blick.de.

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