Am 17. Juni 1991 wurde der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag in Bonn unterzeichnet. Vor Ort sind es vor allem die Deutsch-Polnischen Gesellschaften, die sich für Vertrauen, Zusammenhalt und grenzüberschreitende Begegnungen engagieren. DER BLICK sprach mit der Vorsitzenden des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaften (dpgb), Simona Koß und ihrer polnischen Amtskollegin Dr. Aleksandra Burdziej.
Außergewöhnlicher Einsatz für die Dorfkirche Harnekop
Manchmal entstehen aus kleinen Ideen große Projekte. In Harnekop, einem Ortsteil der Gemeinde Prötzel in Märkisch-Oderland, engagieren sich seit vielen Jahren Bürgerinnen und Bürger mit außergewöhnlichem Einsatz für ihre Dorfkirche. Dabei geht es nicht nur um die Rettung eines historischen Gebäudes, sondern auch um Gemeinschaft, Heimatgefühl und die Bewahrung regionaler Geschichte. Von Simona Koß
Die evangelische Dorfkirche Harnekop gehört zu den ältesten Bauwerken des Ortes. Erste Hinweise auf Harnekop finden sich bereits im Jahr 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. Die Kirche selbst entstand im Kern bereits im Mittelalter als Feldsteinbau. Besonders der Dreißigjährige Krieg hinterließ schwere Schäden. Über die Jahrhunderte wurde die Kirche immer wieder erneuert und verändert.
Doch mit den Jahrzehnten verfiel das Gebäude zunehmend. 1986 musste die Kirche sogar aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Viele Menschen im Ort wollten diesen Zustand nicht akzeptieren und gründeten im August 2010 den Förderverein Dorfkirche Harnekop e. V., um die Kirche zu retten und wieder zum Mittelpunkt des Dorflebens zu machen.
Heute organisiert der Verein Veranstaltungen, sammelt Spenden und wirbt mit viel persönlichem Einsatz für den Erhalt der Kirche. Ziel ist es, die Dorfkirche dauerhaft als geistigen und kulturellen Treffpunkt des Dorfes zu erhalten.
Besonders bemerkenswert ist eine außergewöhnliche Spendenaktion: der sogenannte „Spendenziegel“. Nach Angaben des Fördervereins entwarf Heiner Wohl aus Harnekop eine besondere Ziegelform mit Bibelmotiv. Die Ziegel wurden anschließend in den Stephanus-Werkstätten hergestellt.
Dabei handelt es sich um echte Raritäten. Insgesamt konnten lediglich 50 Exemplare gefertigt werden, weil die spezielle Form nur für diese geringe Stückzahl ausreichte. Mehr Ziegel konnten daher nicht produziert werden. Gerade dadurch besitzen sie heute einen besonderen ideellen Wert.
Einer der ersten Ziegel wurde am 13. Mai 2017 an Karl Voigt zum Frühlingsfest in Harnekop übergeben. Der Erlös aus dem Verkauf kam direkt der Sanierung der Dorfkirche zugute. Die Aktion zeigt eindrucksvoll, wie kreative Ideen und ehrenamtliche Arbeit helfen können, kulturelles Erbe lebendig zu halten.
Die Kirche selbst besitzt zahlreiche historische Besonderheiten. Dazu gehören ein Kanzelaltar aus dem 18. Jahrhundert sowie eine 1907 erbaute Orgel von Gustav Heinze. Durch fehlende Instandhaltung waren viele Bereiche stark beschädigt, doch dank des Fördervereins konnten bereits wichtige Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Harnekop zeigt damit beispielhaft, wie viel ehrenamtliches Engagement bewegen kann. Menschen investieren Zeit, Ideen und Herzblut – nicht aus Pflicht, sondern aus Verbundenheit mit ihrem Dorf und dessen Geschichte. Die Dorfkirche ist dadurch weit mehr als ein altes Gebäude: Sie ist Symbol für Zusammenhalt und gelebte Gemeinschaft.
Mehr Aus dem Ressort Gesellschaft
23 Pferd-Reiter-Paare waren der Einladung von Romina Stolze und Dr. Ina Drewes zum ersten "Blick ins Oderland-Distanz" gefolgt und starteten von Biesdorf aus Strecken zwischen 47 und 90 Kilometern Länge. Eine ordentliche Herausforderung, die man der Landschaft nicht auf Anhieb ansah.
Seit Jahren scheint Trebnitz besonders anziehend für die Musca domestica, die gemeine Stubenfliege. Sie tritt in Massen auf, beendet Feiern und Seminare und nervt selbst den Mechaniker unter dem Auto. Eine Fliegengruppe will Abhilfe schaffen – auch durch die Ansiedlung von Schwalben ...
Die Selbsthilfekontaktstelle Bad Freienwalde feiert im Jahr 2026 ein besonderes Jubiläum: Seit 35 Jahren begleiten und unterstützen Selbsthilfegruppen Menschen in schwierigen Lebenssituationen und leisten damit einen wichtigen Beitrag für Gesundheitsförderung, Teilhabe und Gemeinschaft in der Region ...
Wasser ist ein schützenwertes Gut. Das ist keine Neuigkeit. Zwei Sichtweisen auf den Begriff „Schutz“ stehen sich jedoch gegenüber: Die einen schützen die uneingeschränkte Förderung, die anderen die Trinkwassersicherheit für die Zukunft ...
Am 20. Mai fand der jährliche Empfang mit Vertretern der örtlichen Kommunalpolitik und der Bundeswehr im Campus Strausberg Bundeswehr statt. Thema des Empfangs: „Zum Aufwuchs der Bundeswehr angesichts der akuten Bedrohungslage.“ Über die Rede des Standortältesten und das Unbehagen beim Zuhören ...
Die Polizeidirektion Ost (PD OST) umfasst die Landkreise Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Frankfurt (Oder). Insgesamt sank hier die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2025 das zweite Mal in Folge. Die Zahl der Toten hat allerdings zugenommen ...
Märkisch-Oderland ohne Pferdesport? Kaum denkbar. Eine Disziplin jedoch gab es bisher nicht. Vom 12. Juni bis 14. Juni findet nun aber das erste Mal Distanzreiten als Wettbewerb in Märkisch-Oderland statt. Die Pferde bringen Höchstleistungen, die jahrelanges Training voraussetzen ...
In den meisten Brandenburger Dörfern sind die Gasthäuser längst verriegelt und verrammelt. Nicht so in Trebnitz, auch wenn der graue Charme der DDR-Fassade es auf den ersten Blick vermuten lässt. Ein Besuch in einem Gasthaus, das sich zu einem Ort der Begegnung für viele entwickelt ...
Entdecke mehr von Der Blick auf Märkisch-Oderland
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
