Innenstadt­wettbewerb 2025/26: Vier Städte im Landkreis ausgezeichnet

80 Wettbewerbsbeiträge aus 48 Städten wurden eingereicht, 14 Projekte wurden preisgekrönt, darunter Strausberg und Altlandsberg, fünf weitere Projekte erhielten Anerkennungspreise. Zu diesen gehörten auch Seelow und Müncheberg. Von Steffen Blunk

Ausgezeichnet: Annette Binder, Bürgermeisterin von Strausberg, Julia Jacob, Kulturbeauftragte, und Enrico Nickel, Stabstellenleiter für Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus nahmen den 1. Preis für das Projekt „Altes Stadthaus RELOADED“ entgegen. Foto: Holger Schibilsky, fotocharlotte 25, Potsdam

Am 11. Mai wurden in Potsdam die Preise des Innenstadtwettbewerbs 2025/26 des Bündnisses für lebendige Innenstädte vergeben. Insgesamt wurden 121.000 Euro an 14 Preiträgerprojekte und fünf sogenannte Anerkennungen ausgereicht. Prämiert wurden in diesem Jahr Projekte in den zwei Themenbereichen „Räume weiterdenken – kreative Nutzungsideen“ und „Stadtraum beleben – Aktionen, Events, Vernetzung“. 80 Beiträge aus 48 Städten und Gemeinden sowie zwei Städtekooperationen waren dieses Jahr eingereicht worden.

Vier prämierte Projekte kommen aus Märkisch-Oderland, genauer aus Strausberg, Altlandsberg, Seelow und Müncheberg. Der alle zwei Jahre ausgelobte Preis würdigt beispielgebende und innovative Projekte der Innenstadtentwicklung.

In dem Themenbereich „Räume weiterdenken – kreative Nutzungsideen“ hat den ersten Platz in der Gruppe der größeren Kommunen die Arbeitsgruppe Kulturimpuls Strausberg mit dem Projekt „Altes Stadthaus RELOADED“ gewonnen. Gewürdigt wurde der „herausragende Ansatz einer gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung“. In dem klassizistischen Alten Stadthaus entsteht ein soziokultureller Ort, der Jung und Alt zusammenbringt. Allerdings zunächst als Zwischennutzung. Die Jury gab sich „besonders beeindruckt“ von dem breiten Netzwerk aus Kultur, Zivilgesellschaft und wirtschaftlichen Akteurinnen und Akteuren, das gemeinsam tragfähige Strukturen für Austausch und Kooperation entwickelt. In der Jurybegründung heißt es: „Der partizipative Werkstattprozess mit vielfältigen Pop-up-Formaten – wie Ausstellungen, Kinovorführungen, Kiez-Begegnungsformaten oder einem Zeitzeugen-Studio – schafft nicht nur kurzfristige Belebung, sondern eröffnet langfristige Perspektiven für die Innenstadtentwicklung. Hervorzuheben ist hier die aktive Einbindung der Stadtplanung innerhalb der Verwaltung, die das Projekt strategisch begleitet. Dem Projekt gelingt es aus Sicht der Jury in besonderem Maße, ein identitätsstiftendes Baudenkmal in einen offenen, lebendigen Begegnungsraum zu transformieren.“

In der Gruppe der kleineren Kommunen hat den 1. Preis das Projekt „Alte Feuerwehr Altlandsberg“ der Initiativen „Wir für Altlandsberger Junge Menschen e.V.“ und „Freunde des Marktplatzes e.V.“ gewonnen. Die bisher als Lagerhaus genutzte ehemalige Feuerwehr am historischen Marktplatz soll in einen lebendigen Begegnungsraum für Alle verwandelt werden. Es soll ein großzügiger, flexibel und ganzjährig nutzbarer Veranstaltungsraum entstehen, dessen besondere Stärke in der Lage am Marktplatz liegen wird. Öffnen sich die markanten roten Tore, verschmelzen Innen- und Außenraum, es entsteht eine überdachte Erweiterung des Marktplatzes. Geplant sind Kulturmärkte, Lesungen, Kinoabende, Vorträge, Jugendveranstaltungen und Vereinsfeste. Die Jury ließ sich vor allem davon überzeugen, „wie das Projekt vorhandene Bausubstanz nutzt und auf modulare Ausstattung sowie ehrenamtliches Engagement setzt. So wird mit überschaubaren Mitteln eine hohe Wirkung erzielt.“

Sowohl das Strausberger als auch Altlandsberger Projekt erhielten je 12.000 Euro Preisgeld.

Anerkennungspreise für Seelower "Stadt.Raum.Bewegung"
und Münchebergs "Kurze Nacht"

Zwei Anerkennungspreise gingen nach Seelow und Müncheberg. In Seelow wurde die Interessengemeinschaft „Wir für Seelow“ ausgezeichnet für den Ansatz „Stadt.Raum.Bewegung“, mit dem die Verweildauer in der Innenstadt erhöht werden soll. Dazu sollen laut Konzept im Stadtraum verschiedene Begegnungs- und Aktionspunkte beitragen. Temporäre analoge Spiel- und Sportangebote wie Straßenschach, Hopsefelder und Balanceattraktionen oder mobile Plauderbänke sollen dort entstehen, wo sich die Menschen und Besucher treffen. Die Plauderbank kann auch als spielBANK erweitert werden, Brett- und Kartenspiele können bei teilnehmenden Händlern ausgeliehen werden. Als Erweiterung sollen Kunstaktionen die Bewegungs- und Begegnungsräume stärken.

In Müncheberg schließlich erhielt die Interessengemeinschaft Müncheberg Gemeinsam einen Anerkennungspreis für das Stadtfest „Kurze Nacht Müncheberg“. Das nichtkommerzielle Format soll einen Gegenpol zu Leerstand, Vandalismus und sozialer Segregation [Entmischung, Absonderung – Anm. d. Red.] bilden, indem es zentrale Orte temporär in lebendige Begegnungsräume verwandelt. Besonders hervorzuheben ist laut Jury die Stempelrallye, die gezielt lokale Läden, Betriebe und Einrichtungen einbindet und so die lokale Wirtschaft stärkt. Durch die breite Beteiligung von Vereinen, Initiativen und weiteren lokalen Partnerinnen und Partnern entsteht ein tragfähiges Netzwerk, das Gemeinschaft fördert und Identifikation stiftet. Die wachsende Unterstützung durch die Stadtverwaltung unterstreiche die positive Wirkung des Projekts, heißt es in der Begründung. Beide Projekte erhielten als Anerkennung 1500,- €.

Das ausschreibende Bündnis für lebendige Innenstädte besteht aus der IHK Potsdam, Ostbrandenburg und Cottbus, Dem Handelsverband Berlin-Brandenburg, dem Städte- und Gemeindebund Brandenburg, dem Städteforum Brandenburg, dem Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. und dem Brandenburgischen Infrastrukturministerium. Weitere Infos: https://lebendige-innenstaedte.de/

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