Gasthaus zur Ostbahn lockt mit kleiner, feiner Küche

In den meisten Brandenburger Dörfern sind die Gasthäuser längst verriegelt und verrammelt. Nicht so in Trebnitz, auch wenn der graue Charme der DDR-Fassade es auf den ersten Blick vermuten lässt. Von Christian Göritz-Vorhof

Barbara Kappel liebt den persönlichen Kontakt zu ihren Gästen. Seit Oktober 2025 betreibt sie das komplette Gasthaus Zur Ostbahn in Trebnitz. Foto: cgv

Das Gasthaus zur Ostbahn in Trebnitz kann man von der B1 kommend an den zwei gleichlautenden Schildern erkennen. Auffälliger und aus beiden Richtung sichtbar ist dabei die halbhohe Signallichtanlage direkt vor dem Eingang des Gasthauses. Im Charme einer grauen Putzfassade vergangener DDR-Zeiten erscheint auf den ersten Blick nicht sicher, ob das Gasthaus noch in Betrieb ist. Dass dies der Fall ist, verrät der Kreideanschrieb auf den beiden Tafel rechts und links der Eingangstür oder auch die Gäste auf der Terrasse.

Das ursprüngliche Café in der rechten Gebäudehälfte bietet Platz für circa zehn Gäste. Dem gegenüber und durch einen kleinen Flur getrennt, kommt man in den größeren Gastraum, ehemals eine Raucherbar. Renoviert und in ländlichem Stil gehalten, lädt dieser Raum zum Essen, Kaffee trinken oder zum Verweilen ein. Betreiberin Barbara Kappel bietet ihren Gästen Kaffee mit selbstgebackenem Kuchen sowie unterschiedliche warme Gerichte.

Als Begegnungsstätte für Menschen in der Region wurde das Gasthaus zur Ostbahn auch im Rahmen der Veranstaltung „Demokratie fehlt Begegnung“ am 20. März in Müncheberg vorgestellt (siehe dazu auch Ausgabe 1/26 – Erheblicher Vertrauensverlust).

Das Gasthaus, mit dem derzeitigen gastronomischen Angebot, besteht so erst seit Barbara Kappel das gesamte Objekt im Oktober letzten Jahres übernommen hat. Zuvor hatte sie seit April 2023 das Café in der rechten Gebäudehälfte betrieben. Für dieses hatte der Besitzer Markus Kränzle eine Pächterin gesucht.  Kappel war zu jener Zeit auf der Suche nach einer Außenstelle für ihr Berliner Catering-Geschäft und so kam sie nach Trebnitz. Kränzles Bar und Kappels Café liefen seitdem parallel. Dabei lief es für die Bar immer schlechter, auch weil die Gäste mehr und mehr zum Essen kamen und fast alle im Café landeten. Schließlich schlug Kränzle ihr vor, das gesamte Haus, inklusive der im Obergeschoss liegenden Ferienwohnungen, zu übernehmen. Seitdem sind auch einige Umbaumaßnahmen in der Bar durchgeführt worden.

Als Antrieb und Motivation sich einer solchen Herausforderung zu stellen, beschreibt Barbara Kappel: „Ich möchte für Gäste wieder persönlich Essen kochen. Nur allein das Catering-Geschäft in Berlin ist mir zu unpersönlich geworden.“ Sie wollte „kleine und feine Gerichte für Gäste anbieten.“ Die Karte ist bewusst klein gehalten und bietet doch für viele verschiedene Geschmäcker etwas: neben deftiger, klassischer Kost wie Gulasch und Rouladen finden sich auch Thai-Curry, Spargel-Risotto und ein veganes Gericht.

Auch wenn die Kundschaft aus der Bar nach der Neugestaltung nicht mehr zu den Gästen zählen, hat der Betrieb mittlerweile derart zugelegt, dass das derzeitige Team aus insgesamt drei Personen nicht mehr ausreicht und mehr Personal benötigt wird. Dabei dachte Barbara Kappel nicht, dass das Gasthaus so schnell Erfolg haben könnte. Die Gäste kommen überwiegend aus Trebnitz und den Nachbarorten. Am Wochenende kommen sie gern auch für den selbstgebackenen Kuchen. Mit dem Bahnanschluss und nur 8 Gehminuten vom Bahnhof Trebnitz ist das Gasthaus auch mit der RB26 einfach erreichbar. So verschlägt es auch Gäste aus Berlin hierher.

Mittlerweile steigt auch die Nachfrage nach dem großen Saal im hinteren Bereich des Gasthauses und dem Garten. Bis der Saal voll nutzbar ist, wird aber noch einige Zeit vergehen, die Herrichtung ist nach und nach geplant. Der Saal umfasst eine Tanzfläche und kleine Bühne und ist groß genug für mittelgroße Feste und Veranstaltungen.

Kappel überarbeitet derzeit das Konzept, um das Gasthaus weiter auszugestalten. „Natürlich muss ich Öffnungszeiten und Ruhetage immer auch unter dem Gesichtspunkt Personalkosten betrachten“, sagt sie. Dennoch soll das Gasthaus zur Ostbahn kein normales Gasthaus sein. In der Gestaltung des Angebots sieht Barbara Kappel ein Bistro, eine Tagesbar sowie warmes Essen den ganzen Tag, bis 22 Uhr. „Wir sind kein normales Gasthaus, das nur zu den Essenszeiten geöffnet hat“, erklärt die Gastwirtin.

Daneben bietet Barbara Kappel Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit Bilder in den Räumlichkeiten auszustellen und führt weiterhin das Pub-Quiz zur Ostbahn durch. Die durch Markus Kränzle eingeführte Wissensrunde findet immer am ersten Freitag des Monats statt und erfreut sich großer Beliebtheit.

Blick in das gemütliche Café
Pub-Quiz am ersten Freitag des Monats
Der Saal ist noch im Rohzustand

Gasthaus zur Ostbahn in Trebnitz – Öffnungszeiten Café

freitags:          18 – 22 Uhr
samstags:       16 – 22 Uhr
sonntags:       10 – 18 Uhr

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