Der Rückzug Carolin Schönwalds aus dem Kreistag hat das grobe Missverhältnis zwischen weiblichen und männlichen Kommunalpolitikerinnen in den Fokus gerückt. Besonders drastisch ist es in Wriezen, wo Celeste Schubert die einzige Frau neben 17 männlichen Stadtverordneten ist. Ein Gespräch über Naivität, Frust und das Fehlen weiblicher Perspektiven ...
Alles lechzt nach Wasser – und das wird knapp
Der Grundwasserverbrauch ist höher als die Neubildung. Die Verfügbarkeit ist begrenzt, die Interessen vielfältig. Die Verantwortung für die Trinkwassersicherheit liegt im Hier und Jetzt. Ob das bei den Wasserverbänden schon angekommen ist, ist nicht immer klar. Von Christian Göritz-Vorhof
Der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) stellt die Preise für Trinkwasser um. Abrechnung rein nach Verbrauchsmenge und Wegfall der Grundgebühr – so ein erster Entwurf einer Satzungsänderung. Wirtschaftliche Anforderung trifft auf Sparanreiz. Die Änderung betrifft zum einen die Grundgebühr von circa 94 Euro pro Anschluss und den Preis pro Kubikmeter Trinkwasser. Bei Wegfall der Grundgebühr würde der Preis pro Kubikmeter etwa verdoppelt. Aktuell liegt der Preis bei 1,10 Euro pro Kubikmeter und sollte auf 2,40 Euro erhöht werden. Der endgültige Preis steht nach Vertagung der Satzungsänderung auf die nächste WSE–Verbandsversammlung noch nicht fest.
Mit dem Thema Wasser beschäftigen sich im Landkreis Märkisch-Oderland Menschen mit unterschiedlicher Betroffenheit, unterschiedlichen Aufgaben und Interessen – als Privatperson, als politische Vertreterinnen und Vertreter oder Expertinnen. Das Thema umfasst dabei viele verschiedene Felder. Den Hochwasserschutz, die Bewässerung der Felder für den Anbau landwirtschaftlicher Produkte, Schöpfwerke, Wiedervernässung, Moore, das Austrocknen von Oberflächengewässern, den Straussee. Damit nicht genug, das Thema betrifft auch die Ansiedlung von wasserintensivem Gewerbe und Industrie, die Einschränkung kommunaler Entwicklung aufgrund ausgeschöpfter Wasservorräte, die sichere Trinkwasserversorgung nachfolgender Generationen, den Umgang mit Starkregenereignissen, Regen- und Brauchwassernutzung sowie die Aufbereitung von Abwassern. Die Liste ließe sich fortsetzen.
Zu Grunde liegt all diesen Themen die Nutzung der Ressource Wasser, welches als Grundwasser immer knapper wird. Deutschland hat gemäß einer Studie des Helmholtz-Zentrums für Geoforschung zwischen 2002 und 2022 pro Jahr im Durchschnitt 760 Millionen Tonnen Wasser verloren. Das sind 51 Mal der komplette Straussee. Der Verlust umfasst schmelzende Gletscher, Bodenfeuchte, Gewässerspiegel und eben das Grundwasser. Die Menge entspricht dem 380 Fachen des derzeitigen Wasserverlusts des Straussees. Andere Studien gehen von noch höheren Verlusten für Deutschland aus.
Den Artikel zum Thema lesen Sie hier: https://mol-blick.de/alles-lechzt-nach-wasser-doch-das-wird-knapp/
Einen Hintergrundbericht finden Sie hier: https://mol-blick.de/hintergrund-wasser-als-schuetzenswertes-gut/
Kommentar
Trinkwasser: Sind wir am Ende der Joker?
Von Juliane Roschitz
Trinkwasser ist nur begrenzt verfügbar. Wasserverbände fördern es aus dem Grundwasser, dessen Neubildung erfolgt langsamer als die Entnahmen. Früher oder (nicht allzu zuviel) später kann kein Trinkwasser mehr gefördert werden. Trinkwasser zu fördern ist aber originäre Aufgabe der Wasserverbände. Was tun? Der Vorschlag, die zulässige Verbrauchsmenge zu begrenzen, stieß auf große Ablehnung. Neue Förderorte finden kostet viel Geld. Letztlich sind bisherige Ansätze nicht die Lösung. Es bräuchte freiwillige Verhaltensänderungen bei uns selbst. Die neue Tarifgestaltung kann dazu beitragen, die Verbraucherinnen und Verbraucher zu motivieren, Wasser sparsam zu nutzen.
Gut an einer neuer Kostenstruktur wäre, dass die Rechnung für das Trinkwasser von den Verbrauchern beeinflussbarer wird. Weniger Verbrauch, geringere Kosten. Schlecht ist, dass die Einnahmekalkulation für den Wasserverband nicht mehr ganz sicher vorhersehbar ist. Gut ist, dass das Bewusstsein darüber wächst, wofür wir Trinkwasser aktuell nutzen. Vielleicht schmerzt es mehr, mit Trinkwasser zu spülen, wenn der Kubikmeter 2,40 Euro kostet. Vielleicht öffnet die Änderung auch die Akzeptanz für Regen- und Brauchwassernutzung da, wo es möglich ist. Andererseits sind die privaten Abnehmer:innen nicht für den Löwenanteil des Verbrauchs verantwortlich. Und auch ist es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, wenn Wasser nur punktuell und nur regional gespart wird. Was ist mit den Entnahmen, die außerhalb der Wasserverbände erfolgen, für Kühlung von Rechenzentren und für sonstige Bauprojekte?
Aber zurück zur Tarifänderung. Bisher war das Thema Wassersparen kein Thema, dass bei den Bürgermeister:innen auf Begeisterung stieß. Schließlich hängen Entscheidungen zu Schulbauten, Gewerbegebieten, Wohnungsbau daran, ob Wasser dafür zur Verfügung steht. Ist angekommen, dass die Bürgermeister:innen Trinkwasser nicht nur uns jetzt und hier zur Verfügung stellen sollen, sondern auch den nachfolgenden Generationen? Oder sind wir jetzt der Joker, der durch geringeren Verbrauch Trinkwassermengen freigibt? Die wahre Motivation bleibt unklar. Fest steht: Wir sind nicht handlungsunfähig. Im Gegenteil. Wir haben es noch in der Hand.
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Am 6. Juni 2026 traf sich das „Parlament der Dörfer“ am Seddiner See. 130 Menschen und Initiativen, Dorfbewohner und Lokalpolitikerinnen arbeiteten ihre Forderungen aus, fügten sie zusammen und und übergaben sie als Deklaration an die Landesregierung.
In der dritten Ausgabe von DER BLICK berichteten wir über den Rücktritt von Carolin Schönwald aus dem Kreistag Märkisch-Oderland. Im Text war von einer weiteren Frau die Rede, die ebenfalls ihr Mandat zurückgab. Es ging um Anja Frohloff. Sie war bis Oktober 2025 für die CDU im Kreistag. Wir sprachen mit ihr über ihre Entscheidung ...
Am 11. Mai wurden in Potsdam die Preise des Innenstadtwettbewerbs 2025/26 des Bündnisses für lebendige Innenstädte vergeben. Insgesamt 14 Preiträgerprojekte und fünf Anerkennungen prämiert. Vier prämierte Projekte kommen aus Märkisch-Oderland, genauer aus Strausberg, Altlandsberg, Seelow und Müncheberg ...
Am 6. Juni werden beim 3. Parlament der Dörfer Forderungen der Dorfbewegung an die Landesregierung übergeben. Was verbirgt sich hinter dieser Bewegung? Wir sprachen mit Grit Körmer, Vorstandsmitglied der Dorfbewegung Brandenburg über die Herausforderungen des ländlichen Raums ...
Carolin Schönwald gibt ihr Madat für den Kreistag zurück. Unvereinbarkeit von Mandat, Beruf und Familie sowie mangelnde Möglichkeiten haben zu diesem Schritt geführt. Wir sprachen mit ihr über Schwierigkeiten, konstruktiv Politik zu machen ...
Seit Jahren scheint Trebnitz besonders anziehend für die Musca domestica, die gemeine Stubenfliege. Sie tritt in Massen auf, beendet Feiern und Seminare und nervt selbst den Mechaniker unter dem Auto. Eine Fliegengruppe will Abhilfe schaffen – auch durch die Ansiedlung von Schwalben ...
Die Selbsthilfekontaktstelle Bad Freienwalde feiert im Jahr 2026 ein besonderes Jubiläum: Seit 35 Jahren begleiten und unterstützen Selbsthilfegruppen Menschen in schwierigen Lebenssituationen und leisten damit einen wichtigen Beitrag für Gesundheitsförderung, Teilhabe und Gemeinschaft in der Region ...
Wasser ist ein schützenwertes Gut. Das ist keine Neuigkeit. Zwei Sichtweisen auf den Begriff „Schutz“ stehen sich jedoch gegenüber: Die einen schützen die uneingeschränkte Förderung, die anderen die Trinkwassersicherheit für die Zukunft ...
Dem Einzelhandel geht es schon lange nicht mehr besonders gut. Eine der wesentlichen Ursachen ist der Online-Handel, fast alles lässt sich schnell und oft billiger online bestellen. Wie geht es einem Einzelhändler, der seit 20 Jahren ein Sportfachgeschäft führt?
Vor 127 Jahren erreichte erstmals ein Automobil mehr als 100 Stundenkilometer Geschwindigkeit. Es war ein E-Mobil. Und heute ist sauberes Autofahren immer noch eine Träumerei? Oder doch eine echte Alternative?
Menschenrechte sind nicht verhandelbar! war das Motto des diesjährigen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Wie auch in den letzten Jahren fand dazu eine Veranstaltung in Bad Freienwalde statt ...
Ein paar Menschen, die einen Ort suchten, als ein erweitertes Wohnzimmer, als Raum für gemeinsame Ideen. Geschaffen haben sie einen Kulturverein mit Herz, Bühne und Haltung: den Pop Up Club Neuenhagen. Ein Interview mit Mitbegründerin Nora Romero ...
Wenn sich an den Kunst-Loose-Tagen Türen von Ateliers, Werkstätten, Höfen und Kirchen öffnen, verwandelt sich das Oderbruch in eine lebendige Landschaft voller Begegnungen, Kreativität und Inspiration. Kunst begegnet den Besucherinnen und Besuchern hier nicht mit Distanz ...
Viele Gemeinden und Landkreise haben Wappen. Die Geschichten dahinter sind oft unbekannt, aber interessant. Wir stellen die Wappen vor und beginnen mit dem Landkreis Märkisch-Oderland ...
Leitartikel und Kommentare vorheriger Ausgaben
Hochwasserschutz geht vor Biberschutz. Das regelt die Brandenburgische Biberverordnung. Diese wurde nun überarbeitet. Der Biber kann leichter entnommen werden. Das macht den BUND unglücklich, aber auch den Landesbauernverband. Letzterer hatte schon gewünscht, den Biber auch vermarkten zu können. Von Steffen Blunk
Ausgabe I/26 - Kommentar zum Thema Herausforderung und Chance: Kommunale Wärmeplanung Von Christian Göritz-Vorhof Die Straße von Hormus in Verbindung mit der kommunalen Wärmeplanung von Märkisch-Oderland zu bringen, scheint auf den ersten Blick sehr weit hergeholt: Das eine ist eine geografische Region im Nahen Osten, das andere eine Aufgabe, die Verwaltungen und Beratungsbüros in Deutschland zu erledigen haben ...
Nur positives!
Die Evangelische Johanniter-Schulen Wriezen pflegen seit 2022 eine Partnerschaft mit der Hachioji City Municipal Dai-San Elementary School in Japan. Jüngstes Projekt des kulturellen Austausches mit der Grundschule in Fernost war die Versendung von Kunstwerken, die Schülerinnen und Schüler beider Länder geschaffen hatten.
Mitten in der Nacht finden sich Menschen an der Rundkirche Kunersdorf ein, um von hier aus eine Wanderung zu beginnen. Es ist eine besondere Atmosphäre, wenn sich die Gruppe in der Rundkirche Kunersdorf sammelt.
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