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Alles lechzt nach Wasser – und das wird knapp
Der Grundwasserverbrauch ist höher als die Neubildung. Die Verfügbarkeit ist begrenzt, die Interessen vielfältig. Die Verantwortung für die Trinkwassersicherheit liegt im Hier und Jetzt. Ob das bei den Wasserverbänden schon angekommen ist, ist nicht immer klar. Von Christian Göritz-Vorhof
Eine Studie des BUND und dem Institut für sozialökologische Forschung (ISOE) von 2025, hat die Grundwassersituation in Deutschland seit 2007 analysiert. Neben der Belastung mit Nitrat, Pflanzenschutz- und Arzneimitteln sowie sogenannten Ewigkeitschemikalien, stellt die mengenmäßige Verfügbarkeit von Grundwasser mittlerweile eine Herausforderung dar. Die Studie zeigt auf, dass jeder zweite Landkreis von Grundwasserstress betroffen ist. Das heißt laut dem Umweltbundesamt, dass die Grundwasserentnahme die Grundwasserneubildung im langjährigen Mittel um 20 Prozent übersteigt. Märkisch-Oderland gehört zu diesen betroffenen Landkreisen. Es wird mehr Grundwasser entnommen, als sich neu bildet, die Menge an Grundwasser wird stetig weniger.
Obwohl wir deutschlandweit für die Trinkwasserversorgung in hohem Maße (circa 71 Prozent) vom Grundwasser abhängig sind und bestimmte Ökosysteme ebenfalls häufig davon gespeist werden, scheint die Bedeutung des Grundwassers und die sinkenden Pegel nicht allen bewusst zu sein. Die Entstehung von Trinkwasser ist ein unsichtbarer langwieriger Prozess, bleibt vor dem menschlichen Auge verborgen. Trinkwasser kommt nicht einfach aus dem Hahn.
Die Trinkwasserversorgung im Landkreis wird durch vier Wasserverbände sichergestellt. Deren Versorgungsgebiete gehen über die Landkreisgrenzen hinaus, beinhalten auch Gemeinden der angrenzenden Landkreise. Der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) im westlichen Teil des Landkreises versorgt 16 Gemeinden. Darunter zum Beispiel Mehrow im Barnim sowie Erkner, Gosen und Neu-Zittau in Oder-Spree.
Dem WSE steht jährlich eine Fördermenge von 17 Millionen Kubikmetern zur Verfügung. Davon sind aufgrund von Altplasten nur circa 14,5 Millionen Kubikmeter förderfähig. Die tatsächliche Fördermenge lag in den letzten fünf Jahren zwischen 10,2 und 9,7 Millionen Kubikmeter, Tendenz leicht sinkend. Um dennoch potentiell steigende Bedarfe durch geplante Entwicklungen in den Gemeinden zu decken, sind entweder die Verbräuche weiter zu senken oder weitere Trinkwassermengen zu erschließen. Der WSE wurde dazu bereits beauftragt, eine weitere Grundwasserquelle bei Hangelsberg zu erschließen. Hangelsberg liegt außerhalb des Verbandsgebiets im Landkreis Oder-Spree. Ausgehend von den Ergebnissen der benannten Studie, liegt jedoch in Oder-Spree nicht nur struktureller, sondern bereits akuter Wasserstress vor. Das lässt offen, ob die Brisanz um insgesamt sinkenden Grundwasserstände bei den Mitgliedern der Verbandsversammlung angekommen ist.
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