Am 10. Oktober lädt die Dorfkirche Prädikow ab 14:30 Uhr zum diesjährigen Kräuterfest ein. Aufgrund der laufenden Bauarbeiten an der Kirche findet das Fest in diesem Jahr in etwas kleinerem Rahmen und ohne polnische Beteiligung statt. Dennoch erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreicher Nachmittag.
Wappen und was sie uns sagen wollen – Teil 4: Golzow
Viele Gemeinden und Landkreise haben Wappen. Die Geschichten dahinter sind oft unbekannt, aber interessant. Wir stellen die Wappen vor. Diesmal das Wappen von Golzow. Von Juliane Roschitz
Golzow. Ein kleiner Ort zwischen Seelow und der Oder – mitten im Oderbruch. Zuhause für 816 Seelen. Die Bevölkerungszahl sinkt. Die kleine Gemeinde gehört seit 1992 zum Amt Golzow, welches ursprünglich aus zwölf und nach deren gegenseitigen Eingemeindungen nun aus fünf Gemeinden besteht. Auch Golzow ist zu zweit es gehört noch die Heimstättensiedlung dazu. Am bekanntesten ist der Ort wohl für den Dokumentarfilm „Die Kinder von Golzow“. Seit 1961 wurden Kinder ab der Einschulung über mehrere Jahrzehnte hinweg begleitete. 45 Jahre lang, weit über die Wende hinaus. „Die Kinder von Golzow“ prägen den Ort, selbst auf dem Ortsschild ist der Zusatz seit Jahren zu finden. Der Ort und seine Menschen sind aber weit mehr als Quell für einen einmaligen Einblick in die Leben von Menschen über zwei Gesellschaftssysteme hinweg.
Der Ort dokumentiert andere, offensichtlichere Auswirkungen, die von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Menschen im zweiten Weltkrieg. Da ist, da war zum Beispiel eine achteckige Kirche mit vier Seitenflügeln aus dem 18. Jahrhundert. Sie stand in der Mitte eines großen kreisrunden Platzes. Überbleibsel aus der Zeit von Friedrich dem Großen, durch dessen umfangreiche Trockenlegungsmaßnahmen Golzow und andere Dörfer in der Region mehr bewohnbare Fläche erhielten. Im April 1945 – in der Schlacht um das Oderbruch – rückte die Rote Armee vor. Eine Kirche in weitem flachem Land war gut sichtbar, weshalb sie von den deutschen Truppen gesprengt wurde. In der Nachkriegszeit wurden die Reste des Gebäudes dann komplett unsichtbar gemacht und durch eine Straßenkreuzung ersetzt. Auf dem Dorfplatz, am früheren Standort der Kirche, steht eine Stele und erinnert an die prägenden Ereignisse des Ortes. Die Reliefs schuf der Marxdorfer Bildhauer Ehrhard Thoms.
Und das Wappen? „In Silber auf grünem Dreiberg stehend ein gold-bewehrter schwarzer Hahn mit rotem Kamm und Lappen, im erhobenen rechten Fuß einen nach links über den Kopf gebogenen grünen Zweig haltend.“ Der Ursprung des Hahnes auf dem Dreiberg ist nicht bekannt. In der Heraldik – der Wappenkunde – findet sich zum Hahn als Wappentier der Begriff der Kampfbereitschaft. Zwischen 1789 und 1804 war der Hahn französisches Wappentier und symbolisierte die errungenen Freiheiten. Vielleicht geht der Hahn auch auf Kolonisten aus Frankreich zurück? Weiter kann eine emporgehobene Kralle als streitfertig interpretiert werden. Der schwarze Hahn von Golzow hält in der Kralle jedoch einen grünen Zweig. Die Flügel liegen an, der Schnabel ist geschlossen. Der Dreiberg ist ein Begriff aus der Heraldik. Er bezeichnet einen Hügel mit drei Wölbungen, der mittlere ist erhöht. Der Dreiberg des Golzower Wappens ist vor allem grün. Es könnte auf das fruchtbare Land hinweisen und auf die Erhöhung, auf der Golzow sich befindet.
Das Wappen wurde seit 1938 immer mal wieder verwendet. Seit 1998 ist es vom Innenministerium Brandenburg genehmigt.
Falls Sie dazu mehr wissen, schreiben Sie uns: wappen@mol-blick.de
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