Wappen und was sie uns sagen wollen - Teil 3: Bad Freienwalde

Viele Gemeinden und Landkreise haben Wappen. Die Geschichten dahinter sind oft unbekannt, aber interessant. Wir stellen die Wappen vor. Diesmal das Wappen von Bad Freienwalde. Von Juliane Roschitz

Bad Freienwalde liegt im Norden des Landkreises, am Nordwestrand des Oderbruchs, am Übergang zum Barn‍implateau. Die Stadt entstand circa 1200 und wurde 1316 erstmals urkundlich erwähnt. 1683 wurde die Heilkraft des Quellwassers 1683 entdeckt und damit ein Kurbetrieb aufgebaut. Damit ist sie die älteste Kurstadt Brandenburgs. Das Schloss Freienwalde diente als Sommersitz für Königin Friederike Luise. Die Anlage des Schlossparks geht auf Peter Joseph Lenné zurück. Bad Freienwalde ist die Stadt mit den meisten Baudenkmalen im Landkreis Märkisch-Oderland. Auch besonders ist, dass Bad Freienwalde dank 160 Meter Höhenunterschied in der Stadt das nördlichste Skisprungzentrum Deutschlands ist. Insgesamt leben 11.750 Menschen in der Stadt, sieben Ortsteile und vielen Wohnplätzen.
Zum Wappen: Auf dem sieht man eine grüne Eiche mit Wurzeln auf silbernem Grund. Die Eiche hat acht Blätter und fünf Früchte. Links und rechts des Stammes ist jeweils ein kleines Schild mit je einem sechsspeichigem roten Rad. Der Eichenbaum sei aus dem Familienwappen der von Uchtenhagen übernommen. Auf dem Wappen des Rittergeschlechts ist ein Eichenzweig mit zwei Blättern und einer Frucht im Maul eines „linksaufspringenden Ebers“ zu sehen. Unter ihm ein Ritterhelm mit ausladendem Schmuck, der ein achtspeichiges Wagenrad umrandet. Der Familie von Uchtenhagen gehörte Freienwalde rund 250 Jahre lang bis circa 1618 Kurfürst Johan Siegesmund ihnen die Stadt abkaufte.
Die Eiche steht in der Heraldik – in der Lehre der Wappen – für Kraft, Beständigkeit, Kampf und Sieg. In der Region rund um den Ort waren Bäume und Eichen zudem sehr präsent. Das Rad steht den Recherchen nach für die Gerichtsbarkeit der Stadt.
Falls Sie dazu mehr wissen, schreiben Sie uns: wappen@mol-blick.de

Ortsteile und Wohnplätze
Die Ortsteile sind Altglietzen, Altranft mit dem Gemeindeteil Zuckerfabrik, Bralitz, Hohensaaten, Hohenwutzen, Neuenhagen und Schiffmühle mit dem Gemeindeteil Neukietz.

Die Wohnplätze heißen: Alte Schleuse, Altkietz, Alttornow, Alttornower Ausbau, Alttornower Siedlung, Bahnhof Oderberg/Bralitz, Bergkolonie, Bergthal, Deichhof, Eduardshof, Flämmingsau, Freienwalder Ausbau, Gabow, Heeses Loos, Herrenwiese, Jungfernloch, Kalkofen, Kolonie Bralitz, Lindekes Loos, Neuenzoll, Neuglietzen, Neutornow, Regina, Saaten-Neuendorf, Siedlung, Sonnenburg, Waldhaus und Wendtshof.

Familie Uchtenhagen
Laut dem Autor Witbuh der Webseite Mittelaltergazette.de heißt es: „Erstmals urkundlich erwähnt wurde dieses Rittergeschlecht 1367. Der Ursprung des Ritterordens geht auf Henning von Jagow zurück. Er erlangte mit seinen Mannen in einer Schlacht den Sieg für seinen Markgrafen.

Als Dank schenkte ihm dieser all das Land, was um das Schlachtfeld herum lag, und verlieh ihm den Namen Uchtenhagen, weil dieser aus dem Dickicht heraus die Feinde angegriffen und zur Flucht getrieben hatte. Der Name bedeutete „ut dem Hagen“ = Uchtenhagen. (…). Über sechs Generationen erstreckte sich das Geschlecht der Uchtenhagen bereits, als ihm im 16. Jahrhundert zahlreiche Nachkommen geschenkt wurden. Dies sollte jedoch das letzte Jahrhundert dieses Rittergeschlechtes werden.

Der letzte Spross dieser Familie war Kaspar von Uchtenhagen. Er starb im Alter von 8 Jahren durch einen Giftanschlag. Er ist in der evangelischen Stadtkirche von Bad Freienwalde beigesetzt. Nach dem Tode des jüngsten Sohnes verkaufte sein Vater, Hans von Uchtenhagen, all seinen Besitz, die Stadt Bad Freienwalde sowie 40 umliegende Dörfer, an den Kurfürsten Johann Sigismund. Hans von Uchtenhagen folgte nach 12 Jahren als letzter seines Geschlechtes seinem Sohne. (…) So ruht seitdem die Familie der Uchtenhagen in der Gruft unter dem Altar der Nikolaikirche Bad Freienwalde, die ihr Geschlecht im 15. Jahrhundert erbauen ließ. Burgreste auf dem Schloßberg, die in jüngster Vergangenheit saniert wurden, zeigen deutlich die Spuren der Burg der Uchtenhagen aus dem 14. Jahrhundert.

Vom Schloßberg aus führt ein unterirdischer Gang bis zur Stadt Bad Freienwalde. Er wird heute vom Naturschutz für den Schutz von Fledermäusen genutzt. (…). Das rote Rad im silbernen Feld im Stadtwappen von Bad Freienwalde erinnert noch heute an die ruhmreiche Zeit der Ritter von Uchtenhagen. (…)“.

Mehr aus dem Ressort Kultur

Viele Gemeinden und Landkreise haben Wappen. Die Geschichten dahinter sind oft unbekannt, aber interessant. Wir stellen die Wappen vor. Diesmal das Wappen von Bad Freienwalde ...

Schon 2019 feierte das Theaterstück nach Christian Krachts Roman "Imperium" Erfolge im Theater am Rand. Nun inszeniert Thomas Rühmann es neu. Ein hochaktuelles, bitter-fröhliches Spektakel um einen fanatischen Vegetarier zu Beginn des 20. Jahrhunderts ...

Viele Gemeinden und Landkreise haben Wappen. Die Geschichten dahinter sind oft unbekannt, aber interessant. Wir stellen die Wappen vor. Diesmal das Wappen von Falkenhagen (Mark) ...

Ein paar Menschen, die einen Ort suchten, als ein erweitertes Wohnzimmer, als Raum für gemeinsame Ideen. Geschaffen haben sie einen Kulturverein mit Herz, Bühne und Haltung: den Pop Up Club Neuenhagen. Ein Interview mit Mitbegründerin Nora Romero ...

Wenn sich an den Kunst-Loose-Tagen Türen von Ateliers, Werkstätten, Höfen und Kirchen öffnen, verwandelt sich das Oderbruch in eine lebendige Landschaft voller Begegnungen, Kreativität und Inspiration. Kunst begegnet den Besucherinnen und Besuchern hier nicht mit Distanz ...

Am 06. und 07. Juni öffnen wieder viele Gärten im Oderbruch ihre Pforten. Dieses Jahr laden 25 Gärten zu einem Besuch ein. Die melancholisch schöne Landschaft des Oderbruchs lädt ein, sich treiben zu lassen und in die liebevoll gestalteten Räume meist privater Gärten einzutauchen. 

Der Reichenberger Kulturverein Kultur auf der Höhe hatte am 18. April zum Frühlingskonzert der regionalen Band KiwanoKey eingeladen. Das Konzert fand im Bibliotheksraum des Lebenszentrums Thomas Müntzer in Reichenberg statt, wo zurzeit auch die Landschaftsfotografien von Tilo Schönknecht (Gitarrist und Sänger der Band) ausgestellt sind.

Zu den Kunst-Loose-Tage eröffnet die Galerie Villa Blunk eine neue Ausstellung. Gezeigt werden Bilder von Oliver Ferch und Armin Völckers. Was erwartet den Betrachter?

Vom 15. bis 17. Mai finden die 28. Kunst-Loose-Tage im Oderbruch statt. 38 Künstler:innen und Künstler öffnen in diesem Jahr ihre Höfe und Ateliers, flankiert von Ausstellungen in Museen und Galerien.


Entdecke mehr von Der Blick auf Märkisch-Oderland

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.