Qual der Wahl: Wer über Strausberg Nord nach Strausberg fährt wird von großflächigen lächelnden Gesichtern begrüßt. Drei der vier Kandidat:innen präsentieren sich entlang der Straße. Foto: sbl

Strausberg vor der Wahl: Was wollen die Kandidierenden?

Nach dem ersten Durchgang im Februar 2026 und der Stichwahl im April sind die Einwohner:innen Strausbergs nun zum dritten Mal aufgerufen, ein Stadtoberhaupt zu wählen. Zwei der nun Kandidierenden waren schon bei der für ungültig erklärten Wahl dabei, Annette Binder (parteilos) und Knut Steinkopf (Die Linke). Zwei Kandidaten haben sich neu aufstellen lassen, der Stadtverordnete Robert Krause (parteilos) und der ehemalige Stadtverordnete Stephan Blumenthal (parteilos). Wir haben die Kandidierenden zu wichtigen Themen der Zukunft befragt. Von Steffen Blunk

Bei gerade mal 46,8 Prozent lag die Wahlbeteiligung bei der Strausberger Bürgermeisterwahl im Februar 2026. Bei der Stichwahl raffte sich nur rund jede:r dritte Strausberger:in auf, ein Kreuz zu machen – davon fast 61 Prozent bei Anette Binder.
Vielleicht ist die niedrige Wahlbeteiligung in diesem Fall verständlich, denn zum Zeitpunkt der Stichwahl war schon abzusehen, dass die Wahl für ungültig erklärt werden würde. 
Nun also erneut der Ruf an die Urnen. Zur Wahl steht die parteilose Annette Binder, die ja für wenige Tage schon Bürgermeisterin gewesen ist, aber auf einen langwierigen Prozess verzichtet hat. Das könnte ihr durchaus Sympathien bringen. Knut Steinkopf, der für Die Linke antritt, hatte beim ersten Wahldurchgang 19,9 Prozent und lag damit an dritter Stelle. Neu ins Rennen geht Robert Krause, der in der Stadtverordnetenversammlung Strausberg der Fraktion Zusammen für Strausberg 2.0 angehört, aber als parteiloser Kandidat antritt. Ebenfalls parteilos ist Stephan Blumenthal, der 2018 noch als Bürgermeisterkandidat der CDU angetreten war. 
Zu insgesamt fünf Themenkreisen haben wir den Kandidierenden vorab einen Fragebogen geschickt. Sie alle haben geantwortet. Wir haben die Fragen und Antworten übersichtlich aufbereitet:
https://mol-blick.de/kandidatencheck-strausberg-vor-der-wahl/
Für die Urnenwahl am 20. September haben insgesamt 27 Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Zur Stimmabgabe ist ein gültiger Personalausweis oder Reisepass vorzulegen.

Kommentar

Sie haben die Wahl – aber welche?

Von Juliane Roschitz

In den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und auch in der Stadt Strausberg wird demnächst gewählt. Die Probleme der Menschen sind grundsätzlich überall die gleichen, die Lösungsvorschläge und Herangehensweisen der jeweiligen politischen Kräfte variieren in ganz unterschiedliche Richtungen. Die einen wollen mehr Autorität, die anderen Freiheit für alle, wieder andere wollen, dass Regeln wieder eingehalten werden, Ordnung und weniger Konflikte in ihrem Inneren. Die Abwehrkräfte der Kindheit und Jugend erreichen das Ende. Es wird unbequem. Da müssen wir schnell was dagegen machen. Aber bitte nur im Außen. Also, alle stillgestanden, zurück zur Norm, keine Abweichungen. Bitte keine Veränderung – ohne Bitte. Alles soll so bleiben, wie es für die ist, für die es schon immer gut war. Den Kuchen teilen? Ne. Alles behalten und mehr wollen, auch wenn es dadurch anderen schlechter geht. Selber Schuld! Sie hätten ja einen anderen Weg einschlagen können, hätten ja. Was hätten sie denn? Sie sind weiter gegangen, die haben sich herausentwickelt aus einer reglementierenden Gesellschaft. Sie sind frei. Sie gestalten sich selbst, sie sind mit ihren Gefühlen in Kontakt, akzeptieren keinen respektlosen Umgang mehr. Und sie sagen das jetzt auch laut. Sie wagen es sich zu erheben, nein zu sagen, zu sagen, dass sie es anders wollen, es nicht mehr einfach aushalten. Sie stehen für sich ein, setzen Grenzen. Grenzen die einen selber raushalten, abgrenzen, in eine unsichere Situation bringen, das Potenzial haben einen Fehler zu machen – die sollen weg. Grenzen, die andere ausschließen, die andere in unsichere Situationen bringen sollen bitte wieder errichtet werden. Welches Recht gilt für wen? Und was hat das mit der Wahl zu tun? Man wählt nicht nur Kompetenzen und Fähigkeiten, man wählt ein Menschenbild, einen Stil und Werte. Wie gehen die gewählten Menschen mit Menschen um? Mögen Sie Menschen? Sind sie empathisch? Können sie sich in Situationen hineinversetzen? Sind sie zuverlässig, vertrauenswürdig? Sind sie laut oder leise? Sind sie loyal? Was ist einem wichtig? Fachliches kann man lernen, Menschlichkeit nicht.

Leserbriefe schicken Sie bitte an post@mol-blick.de

Welche Herausforderungen gibt es durch die Gesundheitsreform für die ärztliche Versorgung und die Pflege im Landkreis? Die SPD Petershagen-Eggersdorf hatte zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, rund 30 Menschen folgten dem Gespräch zwischen Landrat und Landtagsabgeordneten.

Rund 120 Menschen waren der Einladung zum Bier mit Banaszak in das Gasthaus zur Ostbahn in Trebnitz gefolgt. Die Fragen waren kritisch, die ungeschönten Antworten baten nicht immer um Zustimmung.

Am 11. September fand in Müncheberg die Fachtagung der LIGA der freien Wohlfahrtspflege Brandenburg zum Thema Wohnungslosigkeit statt. Eigentlich geht es um Menschen. Aber es ging auch um Daten, Zielgruppen, Bedarfe, Schnittstellen und Hürden. Engagement und Ethik stießen auf Rationalität und Moral.

Nach der geplatzten Bürgermeisterwahl im Frühling hat Strausberg erneut die Wahl. Am 20. September gehen eine Kandidatin und drei Kandidaten ins Rennen um das höchste Amt in der Stadt. Wir haben Annette Binder, Stephan Blumenthal, Robert Krause und Knut Steinkopf zu Themen befragt, die Strausberg in den kommenden Jahren beschäftigen werden.

Seit April 2025 war die Leitung der Katasterbehörde im Landkreis Märkisch-Oderland unbesetzt. Qualifizierte Bewerber:innen wurden nicht gefunden. Zunächst half Frankfurt/Oder im Rahmen der Amsthilfe aus, nun wird daraus ein Dauerzustand.

Wohnungen im Landkreis sind entweder zu teuer, zu klein oder zu weit weg von den Bedarfen des Alltags. Das Suchen und Finden ist eine Herausforderung, vor allem, wenn die Familien groß sind und der Staat die Miete zahlt. Geflüchteten Familien fällt das aktuell auf die Füße.

Seit 34 Jahren produziert Allresist  hochspezialisierte Prozesschemikalien. Seit 1999 ist das Familienunternehmen in Strausberg angesiedelt. Das Unternehmen ist auf Wachstumskurs und wurde für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. Kann Nachhaltigkeit ein Erfolgsrezept sein?

Seit Mai 2022 gibt es in der Strausberger Altstadt den ERNAS Unverpackt-Laden. Ursprünglich als Wirtschaftsunternehmen gegründet, wird er seit vergangenem Jahr durch ERNAS UNVERPACKT e.V. fortgeführt. Am 9. September 2026 fand die erste Jahreshauptversammlung statt. Wie sieht es ein Jahr nach der Gründung des Vereins aus? 

Erstmalig haben der Landkreis Märkisch-Oderland und die Wirtschaftsförderung Marzahn-Hellersdorf einen gemeinsamen Preis für vorbildliche Ausbildung übergeben. Vier von fünf ausgezeichneten Unternehmen sitzen in Märkisch-Oderland. 

Am Sonntag, den 26. September fand jetzt der erste CSD in Strausberg statt. Unter Polizeischutz, aber ungestört. Rund 250 Teilnehmende pochten auf ihr Recht, als normal betrachtet zu werden.

Mit der „Motzbude“ hat das Gutshaus der Zukunft Altfriedland beim Festival „Erichs Erben“ in Neuhardenberg ein neues Dialogformat erprobt. Im Mittelpunkt stand eine einfache Frage: Was bewegt die Menschen vor Ort und wie gelingt es, auch bei sehr unterschiedlichen politischen Ansichten miteinander im Gespräch zu bleiben?

Insgesamt 56 Vorschläge erreichten das Strausberger Rathaus für den Bürgerhaushalt 2027 und, so die Stadtverwaltung, „zeigen damit das beeindruckende bürgerschaftliche Engagement in Strausberg. Ab dem dritten Oktober können die Einwohner:innen jetzt abstimmen, was umgesetzt wird.

Am 10. Oktober lädt die Dorfkirche Prädikow ab 14:30 Uhr zum diesjährigen Kräuterfest ein. Aufgrund der laufenden Bauarbeiten an der Kirche findet das Fest in diesem Jahr in etwas kleinerem Rahmen und ohne polnische Beteiligung statt. Dennoch erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreicher Nachmittag. 

Seit 11. September und noch bis 17. Oktober läuft auf Gut Sonneburg ein Kulturprogramm, in dem Himmel und Hölle Rahmen und Inhalt sind. Dass der Start auf den 25. Jahrestag des Anschlags auf das World Trade Center fiel, ist kein Zufall.

Am 26. September trat Kristoffer Baumann aus Großbeeren im Gemeinschaftszentrum Harnekop auf. Ein Abend, der nicht nur dem Publikum eine besondere Atmosphäre bescherte, sondern der auch krebskranken Kindern und ihren Familien zu Gute kommt. Gastautorin: Simona Koss, Redaktion: Steffen Blunk

Viele Gemeinden und Landkreise haben Wappen. Sie sind Wegweiser zu Orten und eröffnen Zugang zu Geschichten. Diesmal geht es um das Wappen von Strausberg.

Der Wriezener Sänger und Songwriter macht sich in letzter Zeit ein bisschen rar. Umso schöner, dass er am 6. September in der Stadtpfarrkirche Müncheberg ein Konzert gibt. Weniger Folk als früher, mehr Blues, aber wie immer aus eigenem Kugelschreiber.

Zum vierten Mal zeigen die Ev. Johanniter-Schulen-Wriezen ausgewählte Werke Ihrer Schülerinnen und Schüler in der Wriezener Galerie für zeitgenössische Kunst. Am Ende entscheidet das Publikum über die Preisträger des ausgelobten Kunstpreises.

Leitartikel und Kommentare vorheriger Ausgaben

Angesichts der massiven Kampagne, die der Springer Verlag in trauter Einheit mit Bundes-CDU und -CSU seit dem Wahlsonntag in Berlin gegen die LINKE führt, fällt es uns, die wir im beschaulichen Märkisch-Oderland sitzen, schwer, ernst zu bleiben. Wir versuchen es dennoch und fragen Politikerinnen und Politiker  aus Märkisch-Oderland, was sie von dem Umgang mit der Wahlsiegerin halten und was sie sich für unsere Nachbarstadt wünschen.

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Ist das Geld in der Stadtkasse knapp, spürt das Jeder unmittelbar. Und die Kassen vieler Ämter und Kommunen sind leer, auch in Märkisch-Oderland. Oft unverschuldet, weil sogenannte Pflichtausgaben die Einnahmen übersteigen. Jetzt verspricht der Bund Entlastungen, so richtig überzeugt aber sind kommunale Verwaltungschefs davon noch nicht.

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