Am 10. Oktober lädt die Dorfkirche Prädikow ab 14:30 Uhr zum diesjährigen Kräuterfest ein. Aufgrund der laufenden Bauarbeiten an der Kirche findet das Fest in diesem Jahr in etwas kleinerem Rahmen und ohne polnische Beteiligung statt. Dennoch erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreicher Nachmittag.
Wappen und was sie uns sagen wollen – Teil 5: Strausberg
Viele Gemeinden und Landkreise haben Wappen. Sie sind Wegweiser zu Orten und eröffnen Zugang zu Geschichten. Diesmal geht es um das Wappen von Strausberg. Von Juliane Roschitz
Strausberg liegt am westlichen Teil des Landkreises, 56 Kilometer bis nach Bleyen-Genschmar an der Oder. Die Stadt besteht aus folgenden Gebieten, Ortsteilen und Siedlungen. Gartenstadt, Friedrich-Schiller-Höhe, Fasanenpark, Strausberg Nord, Strausberg Stadt, Hegermühle, Vorstadt, Postbruch und Neue Mühle, Torfhaus, Hohenstein mit Gladowshöhe und Ruhlsdorf sowie Alte Walkmühle, Jenseits des Sees, Neue Mühle, Provinzialsiedlung, Roter Hof, Spitzmühle, Steuerhaus, Torfhaus, Treuenhof und Wilhelmshof. Insgesamt leben hier 28.302 Menschen.
Der erste bekannte Name der Gemeinde ist Struceberg, später dann Struzbergh und wiederum später tauchten weitere andere Bezeichnungen auf, jeweils aber mit dem Wortteil „Struz“. Eine Vermutung ist, dass dies auf ein slawisches Wort für Bohne oder Schote zurückgeht, weil der See die Form einer Bohnenschote hat. Wie kommt es aber im Wappen dann von der Bohnenschote zum Vogelstrauß? Eine Vermutung ist, dass die Worte Struce und Struz als Strus und die jeweiligen sprachlichen Herkünfte und Varianten zum Straus gedeutet wurden. Oder vielleicht auch durch Dialekt oder Missverständnis das Wort zuraw eine Rolle spielte? Das wäre dann nämlich der Kranich.
Aber ob Storch oder Kranich, Strausberg hat es auch mit dem Fliegen. Der Flughafen besteht seit 1913 und diente allen Staatsformen. Und es gab Inge Wetzel. Sie war Pilotin, Mitglied bei der Strausberger Frauensegelfluggruppe des deutschen Luftverbandes und flog 18,5 Stunden non stop mit dem Segelflieger. Damit stellte sie 1937 einen Dauerweltrekord für Frauen auf. Und es gab Beate Uhse, die vor ihrer Karriere als Unternehmerin als Pilotin und in Strausberg als Einfliegerin arbeitete. Sie testete die Flugtauglichkeit von neuen oder reparierten Flugzeugen.
Und das Wappen? „In Blau über grünem Dreiberg ein nach links gewendeter, widersehender, golden bewehrter silberner Strauß, über dessen Rücken ein silberner, mit einem golden bewehrten roten Adler belegter Schild schwebt.“ Bereits 1309 war auf einem Stadtsiegel ein Strauß abgebildet der ein Hufeisen im Schnabel hat. Anfang des 15. Jahrhunderts löste der brandenburgische Adler das Hufeisen ab und sollte die Abhängigkeit zum Landsherren darstellen. Nach 1945 verschwand der Adler und jetzt schwebt das Adlerschild über dem Strauß.
Falls Sie dazu mehr wissen, schreiben Sie uns: wappen@mol-blick.de
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