Ausbildungspreis der Metropolregion Ost an Betriebe vergeben

Erstmalig haben der Landkreis Märkisch-Oderland und die Wirtschaftsförderung Marzahn-Hellersdorf einen gemeinsamen Preis für vorbildliche Ausbildung übergeben. Vier von fünf ausgezeichneten Unternehmen sitzen in Märkisch-Oderland. 

Entscheidend war für die Juryentscheidung vor allem die Frage: Welche Ansätze haben Vorbildcharakter und können auf andere Ausbildungsbetriebe übertragen werden? Foto: Cornelia Jeske

Am Dienstag, den 8. September 2026, haben der Landkreis Märkisch-Oderland und die Wirtschaftsförderung Berlin-Marzahn-Hellersdorf erstmals gemeinsam den Ausbildungspreis Metropolregion Ost verliehen. Die feierliche Preisverleihung fand im Rahmen des Wirtschaftstages der Metropolregion Ost im Historischen Kesselhaus des Unfallkrankenhauses (ukb) in Berlin statt.
Unter den fünf Preisträgern konnten sich gleich vier Ausbildungsbetriebe aus Märkisch-Oderland durchsetzen: Die ProColor Pulverbeschichtungs GmbH und die Metallbau Franz GmbH, die LAN-COM-East GmbH sowie die Stadtwerke Strausberg GmbH. Darüber hinaus erhielt das BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin gGmbH (ukb) als Ausbildungsbetrieb einen Preis. Nadja Zivkovic, Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf: „Es gibt viele engagierte Ausbildungsbetriebe in der Metropolregion Ost, die jeden Tag viel Zeit, Ideen und Herzblut in die Ausbildung junger Menschen investieren. Das verdient Anerkennung und Sichtbarkeit.“ 
Die ProColor Pulverbeschichtungs GmbH und die Metallbau Franz GmbH mit Sitz in Altlandsberg wurden gemeinsam für ihre betriebsübergreifende Ausbildungspartnerschaft ausgezeichnet. Hier lernen Auszubildende nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern erleben die gesamte Wertschöpfungskette der Produktion über Betriebsgrenzen hinweg. Eine gemeinsame Ausbildungsleiterin begleitet die Nachwuchskräfte beider Unternehmen und geht dabei auf ihre unterschiedlichen Bildungsbiographien ein. Dahinter steht eine klare Haltung: Nicht der perfekte Lebenslauf entscheidet, sondern Motivation und Potenzial. Für die Jury zeigt die Partnerschaft beispielhaft, wie kleinere Betriebe durch Kooperation ihre Ausbildungsmöglichkeiten erweitern können.
Bei der LAN-COM-East GmbH aus Hoppegarten arbeiten Auszubildende frühzeitig an realen Kundenprojekten mit. Sie begleiten erfahrene Kolleginnen und Kollegen zu Einsätzen und erleben technische Projekte von der Planung bis zur Nachbetreuung. Schritt für Schritt übernehmen sie selbst Verantwortung. Die Jury würdigte insbesondere die Verbindung aus Praxisnähe, persönlicher Begleitung und Vertrauen in die Fähigkeiten der Nachwuchskräfte. Die LAN-COM-East GmbH versteht ihre Ausbildung als Investition in den eigenen IT-Fachkräftenachwuchs und in die Zukunft der Region.
Die Stadtwerke Strausberg GmbH überzeugte mit einer Ausbildungskultur, in der Auszubildende aktiv mitgestalten. Feedbackgespräche, Befragungen und ein Azubi-Stimmungsbarometer sorgen dafür, dass ihre Erfahrungen unmittelbar in die Weiterentwicklung der Ausbildung einfließen. Abteilungsrotationen ermöglichen zusätzliche Einblicke und helfen, eigene Stärken zu entdecken. Für die Jury liegt der Vorbildcharakter darin, Ausbildung als gemeinsamen Entwicklungsprozess zu verstehen und sie zusammen mit den Auszubildenden so weiterzuentwickeln, dass ihre Erfahrungen und Bedürfnisse berücksichtigt werden.
Über die Preisträgerinnen und Preisträger entschied eine Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus Berlin und Brandenburg. Dabei kamen unterschiedliche Perspektiven aus Wirtschaft, Politik und Arbeitsmarkt zusammen. Entscheidend war vor allem die Frage: Welche Ansätze haben Vorbildcharakter und können auf andere Ausbildungsbetriebe übertragen werden?
Neben den Ausbildungsbetrieben zeichnete die Jury den angehenden Lebensmittelchemiker Yves Brockhaus von der HARRY-BROT GROUP SE & CO. KG und Robert Petschelies vom FiPP e.V. für ihr Engagement mit dem Azubi-Preis aus. In Märkisch-Oderland setze sich Tim Schulze von der Metallbau Franz GmbH in Altlandsberg durch. Trotz eines sehr guten Abiturs entschied er sich für eine Ausbildung zum Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik – seine Entscheidung steht beispielhaft dafür, dass das Handwerk auch für Abiturientinnen und Abiturienten attraktive Karriere- und Entwicklungsperspektiven bietet.
Ziel des Ausbildungspreises ist es, den Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen zu fördern und die Metropolregion Ost als attraktiven Ausbildungs- und Wirtschaftsraum zu stärken. Unterstützt wird die Initiative vom Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis (MHWK), der STIC Wirtschaftsfördergesellschaft Märkisch-Oderland und Schlaufuchs Berlin e. V. Die Durchführung erfolgt über das GRW-Regionalbudget Metropolregion Ost Berlin-Brandenburg, das aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) gefördert wird.
Danny Jenssen, Beigeordneter des Landkreises Märkisch-Oderland, betonte in seiner Rede den Vorteil der Zusammenarbeit: „Die Partnerkommunen bilden über Bezirks- und Landesgrenzen hinweg einen gemeinsamen Ausbildungs- und Wirtschaftsraum. Wenn wir unser Know-How bündeln und enger zusammenarbeiten, profitieren Unternehmen ebenso wie junge Menschen, die hier ihre berufliche Zukunft aufbauen wollen.“
Die Preisverleihung soll auch 2027 fortgeführt werden und weitere Best Practices aus der Ausbildungslandschaft der Metropolregion Ost sichtbar machen.
Quellen: Pressemitteilungen des Landkreises Märkisch-Oderland und des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf. Redaktionelle Bearbeitung: Steffen Blunk

Mehr aus dem Ressort Wirtschaft

Seit 34 Jahren produziert Allresist  hochspezialisierte Prozesschemikalien. Seit 1999 ist das Familienunternehmen in Strausberg angesiedelt. Das Unternehmen ist auf Wachstumskurs und wurde für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. Kann Nachhaltigkeit ein Erfolgsrezept sein?

Seit Mai 2022 gibt es in der Strausberger Altstadt den ERNAS Unverpackt-Laden. Ursprünglich als Wirtschaftsunternehmen gegründet, wird er seit vergangenem Jahr durch ERNAS UNVERPACKT e.V. fortgeführt. Am 9. September 2026 fand die erste Jahreshauptversammlung statt. Wie sieht es ein Jahr nach der Gründung des Vereins aus? 

Erstmalig haben der Landkreis Märkisch-Oderland und die Wirtschaftsförderung Marzahn-Hellersdorf einen gemeinsamen Preis für vorbildliche Ausbildung übergeben. Vier von fünf ausgezeichneten Unternehmen sitzen in Märkisch-Oderland. 

Freigesetztes CO2 führt zu höheren Temperaturen. Um sie zu senken braucht es CO2-Speicher, wie zum Beispiel Torf in intakten nassen Mooren. Wiedervernässungsmaßnahmen treffen auf menschliche Lebensrealitäten.

Hitze schafft Versteppung. Wenn nicht gegensteuert wird, absehbar auch in Märkisch-Oderland. Mehr Wasser in der Landschaft zu halten, ist deshalb eine wesentliche Forderung, der unter anderem auch Moore dienen. Wir sprachen mit Prof. Dr. Vera Luthardt darüber, wie Moore zur Stabilisierung des Wasserhaushalts beitragen.

Die Stadt Strausberg hat ein Interessenbekundungsverfahren zur zukünftigen Nutzung des Stadthauses am Markt 10 gestartet. Ideen gibt es bereits, Einwohnerinnen und Einwohner konnten ihre Vorstellungen einer zukünftigen Nutzung in den vergangenen Monaten einbringen. Nun werden Konzepte gesucht.


Entdecke mehr von Der Blick auf Märkisch-Oderland

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.