Seit Januar hat Rüdersdorf einen neuen Bürgermeister. Nico Nolte trat an, um Prozesse zu verbessern, praktikable Lösungen zu entwickeln und Gemeindethemen transparent zu kommunizieren. Die ersten Schritte sind bereits gemacht.
Carolin Schönwald (Die Linke) hat ihr Mandat im Kreistag zurückgegeben. Damit verschärft sich ein ungutes Ungleichgewicht der Geschlechter: Von 56 Kreistagsabgeordneten sind nur noch zwölf Frauen. Ein Problem, das in allen Kommunalvertretungen akut ist. Foto: Veronica Remmele
In der Kommunalpolitik werden Frauen unsichtbarer
Mit dem Rücktritt von Carolin Schönwald verliert der Kreistag Märkisch-Oderland eine weitere der wenigen weiblichen Abgeordneten. In Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen ist der Frauenanteil ebenfalls erschreckend niedrig. Für die Gleichberechtigung, überhaupt für Frauen ist das ein dramatisches Probem. Von Juliane Roschitz
Der Kreistag Märkisch-Oderland besteht aus 56 Abgeordneten und dem Landrat. Davon waren 14 Frauen. Zwei der 14 haben ihr Mandat mittlerweile zurückgegeben. Die Nachrücker sind jeweils Männer.
Frauen gehen seltener in die Kommunalpolitik, weil die Strukturen männlich sind, weil Männer sich mehr zutrauen als Frauen, weil Frauen oft mehr Aufgaben haben und außerdem schwerer auf Listen kommen. Und wenn, dann ziehen sie sich schneller wieder zurück. In der Wriezener Stadtverordnetenversammlung ist von 18 Stadtverordneten nur eine Frau. In Strausberg sind es immerhin neun von 32, das sind aber auch nur 30 Prozent.
Auch in Müncheberg sind 30 Prozent weibliche Mandatsträgerinnen. In Bad Freienwalde sitzen sechs Frauen zwischen 17 Männern, in Waldsieversdorf sind es drei von elf, ebenso in Buckow. In Letschin ist nur jede 4. Stadtverordnete eine Frau, vier von 16.
Ist das schlimm? Für Männer nicht. Zumindest für den Teil der Männer, der die Rolle der Frau eher in klassischen Aufgabenbereichen sieht. Für eine gleichberechtigte Gesellschaft – ohne unfaire Bezahlungsunterschiede, ohne unterschiedliche Berufschancen, ohne gleiche Aufteilung von Carearbeit, von familiären Aufgaben und so weiter und so fort, ist es fatal, wenn Frauen in politischen Gremien unsichtbar sind. Die Konsequenz können nur zwei Forderungen sein: Frauen, mischt Euch mehr ein, überlasst die politische Ebene nicht den Männern! Und Männer, lasst von Euch aus den Frauen den Raum, der ihnen zusteht, Frauen sollten nicht um Selbstverständliches kämpfen müssen!
Den Artikel zum Thema lesen Sie hier: /kommunalpolitik-uns-gehen-die-frauen-verloren/
Das Interview mit Carolin Schönwald lesen Sie hier: mehr-grenzen-als-moeglichkeiten-carolin-schoenwald-gibt-kreistagsmandat-zurueck/
Kommentar
Bad Freienwalde: Wie bunt darf es denn sein, bitte?
Von Steffen Blunk
„Blau ist bunt genug“, behauptet ein Landtagsabgeordneter einer als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei dieser Tage bei einem sogenannten Bürgerdialog in Bad Freienwalde. Rund 70 Teilnehmer applaudierten. Aber: Hunderte Menschen sehen das glücklicherweise anders und feierten am Sonntag, den 31. Mai eine farbenfrohe Kundgebung in der Freienwalder Innenstadt. In diesem Jahr weitgehend ungestört, die Polizeipräsenz war – nach dem Überfall des vergangenen Jahres – ausreichend sichtbar.
Dass Schulen sich beteiligten, Vereine, die Kirche, Theater, Behindertenwerkstätten, Bürgerinitiativen, dass René Wilke, Minister für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitiker, Verwaltungsspitzen vor Ort waren, das zeigt, dass Vielfalt und Toleranz einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft haben, als uns von rechts weißgemacht wird.
Und damit noch einmal zu dem sogenannten Bürgerdialog, der zwei Tage vorher stattgefunden hatte: Rund eine Stunde der insgesamt zweistündigen Veranstaltung spielten oben erwähnter Landtagsabgeordneter, Lars Günther, und der wie Günther als gesichert rechtsextrem eingestufte Hans-Christoph Berndt die Klaviatur des Untergangs Deutschlands. Industrie am Ende, deutsche Bevölkerung von Moslems überrannt. Ach, ja, alles ist so schlimm!
Sie vergaßen zu erwähnen, dass die Auftragsbücher der deutschen Industrie so voll sind wie noch nie und der Abbau der Arbeitsplätze mehr einer zunehmend stärkeren Robotik und KI sowie der Profitgier der Fondmanager geschuldet ist. Naja. Einmal hat Günther an dem Abend tatsächlich etwas Wahres preisgegeben, als er sagte, dass er – der doch sein Heimatland so liebt! – sein Auto zur Reparatur nach Polen gefahren habe. Wie finden das die Autowerkstätten seiner Heimatstadt? Ich finde es verlogen. Und freue mich, dass es noch so viele Farben außer blau gibt!
Leserbriefe schicken Sie bitte an post@mol-blick.de
Nur positives!
Von wegen langsam! Die Wriezener Verwaltung zeigt sich freundlich, kompetent und schnell. Und schnell musste es gehen: Für eine Auslandsreise, die sich recht kurzfristig ergeben hat, ist ein Reisepass nötig, den jedoch hatte ich nicht.
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