Carolin Schönwald (Die Linke) hat ihr Mandat im Kreistag zurückgegeben. Damit verschärft sich ein ungutes Ungleichgewicht der Geschlechter: Von 56 Kreistagsabgeordneten sind nur noch zwölf Frauen. Ein Problem, das in allen Kommunalvertretungen akut ist. Foto: Veronica Remmele

In der Kommunalpolitik werden Frauen unsichtbarer

Mit dem Rücktritt von Carolin Schönwald verliert der Kreistag Märkisch-Oderland eine weitere der wenigen weiblichen Abgeordneten. In Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen ist der Frauenanteil ebenfalls erschreckend niedrig. Für die Gleichberechtigung, überhaupt für Frauen ist das ein dramatisches Probem. Von Juliane Roschitz

Der Kreistag Märkisch-Oderland besteht aus 56 Abgeordneten und dem Landrat. Davon waren 14 Frauen. Zwei der 14 haben ihr Mandat mittlerweile zurückgegeben. Die Nachrücker sind jeweils Männer. 

Frauen gehen seltener in die Kommunalpolitik, weil die Strukturen männlich sind, weil Männer sich mehr zutrauen als Frauen, weil Frauen oft mehr Aufgaben haben und außerdem schwerer auf Listen kommen. Und wenn, dann ziehen sie sich schneller wieder zurück. In der Wriezener Stadtverordnetenversammlung ist von 18 Stadtverordneten nur eine Frau. In Strausberg sind es immerhin neun von 32, das sind aber auch nur 30 Prozent.

Auch in Müncheberg sind 30 Prozent weibliche Mandatsträgerinnen. In Bad Freienwalde sitzen sechs Frauen zwischen 17 Männern, in Waldsieversdorf sind es drei von elf, ebenso in Buckow. In Letschin ist nur jede 4. Stadtverordnete eine Frau, vier von 16. 

Ist das schlimm? Für Männer nicht. Zumindest für den Teil der Männer, der die Rolle der Frau eher in klassischen Aufgabenbereichen sieht. Für eine gleichberechtigte Gesellschaft – ohne unfaire Bezahlungsunterschiede, ohne unterschiedliche Berufschancen, ohne gleiche Aufteilung von Carearbeit, von familiären Aufgaben und so weiter und so fort, ist es fatal, wenn Frauen in politischen Gremien unsichtbar sind. Die Konsequenz können nur zwei Forderungen sein: Frauen, mischt Euch mehr ein, überlasst die politische Ebene nicht den Männern! Und Männer, lasst von Euch aus den Frauen den Raum, der ihnen zusteht, Frauen sollten nicht um Selbstverständliches kämpfen müssen! 

Den Artikel zum Thema lesen Sie hier: /kommunalpolitik-uns-gehen-die-frauen-verloren/

Das Interview mit Carolin Schönwald lesen Sie hier: mehr-grenzen-als-moeglichkeiten-carolin-schoenwald-gibt-kreistagsmandat-zurueck/

Kommentar

Bad Freienwalde: Wie bunt darf es denn sein, bitte?

Von Steffen Blunk

„Blau ist bunt genug“, behauptet ein Landtagsabgeordneter einer als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei dieser Tage bei einem sogenannten Bürgerdialog in Bad Freienwalde. Rund 70 Teilnehmer applaudierten. Aber: Hunderte Menschen sehen das glücklicherweise anders und feierten am Sonntag, den 31. Mai eine farbenfrohe Kundgebung in der Freienwalder Innenstadt. In diesem Jahr weitgehend ungestört, die Polizeipräsenz war – nach dem Überfall des vergangenen Jahres – ausreichend sichtbar.

Dass Schulen sich beteiligten, Vereine, die Kirche, Theater, Behindertenwerkstätten, Bürgerinitiativen, dass René Wilke, Minister für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitiker, Verwaltungsspitzen vor Ort waren, das zeigt, dass Vielfalt und Toleranz einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft haben, als uns von rechts weißgemacht wird.

Und damit noch einmal zu dem sogenannten Bürgerdialog, der zwei Tage vorher stattgefunden hatte: Rund eine Stunde der insgesamt zweistündigen Veranstaltung spielten oben erwähnter Landtagsabgeordneter, Lars Günther, und der wie Günther als gesichert rechtsextrem eingestufte Hans-Christoph Berndt die Klaviatur des Untergangs Deutschlands. Industrie am Ende, deutsche Bevölkerung von Moslems überrannt. Ach, ja, alles ist so schlimm!

Sie vergaßen zu erwähnen, dass die Auftragsbücher der deutschen Industrie so voll sind wie noch nie und der Abbau der Arbeitsplätze mehr einer zunehmend stärkeren Robotik und KI sowie der Profitgier der Fondmanager geschuldet ist. Naja. Einmal hat Günther an dem Abend tatsächlich etwas Wahres preisgegeben, als er sagte, dass er – der doch sein Heimatland so liebt! – sein Auto zur Reparatur nach Polen gefahren habe. Wie finden das die Autowerkstätten seiner Heimatstadt? Ich finde es verlogen. Und freue mich, dass es noch so viele Farben außer blau gibt!

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Nur positives!

Die Evangelische Johanniter-Schulen Wriezen pflegen seit 2022 eine Partnerschaft mit der Hachioji City Municipal Dai-San Elementary School in Japan. Jüngstes Projekt des kulturellen Austausches mit der Grundschule in Fernost war die Versendung von Kunstwerken, die Schülerinnen und Schüler beider Länder geschaffen hatten.

Mitten in der Nacht finden sich Menschen an der Rundkirche Kunersdorf ein, um von hier aus eine Wanderung zu beginnen. Es ist eine besondere Atmosphäre, wenn sich die Gruppe in der Rundkirche Kunersdorf sammelt.

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Erdbau Schulzendorf

Torsten Kindler
Scheunenweg 3
16269 Wriezen
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Am 16. Juni stellte die Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt in Märkisch-Oderland (BorG) die Chronik für 2025 vor. Diese dokumentiert Vorfälle rechter Gewalt in Märkisch-Oderland. Vorfälle insgesamt mir steigender Tendenz neuer Höchststand bei Angriffen ...

Verspätungen, Zugausfälle, Fahrtunterbrechungen – wer regelmäßig mit der S5 zwischen Strausberg Nord und Berlin Westkreuz fahren muss, kennt das ganze Drama. Tobias Rohrberg und Rüdiger Haas machen regelmäßig ihre eigenen Erfahrungen auf der Strecke. Sie haben jetzt eine Online-Petition gestartet, die Abhilfe fordert ...

Der Rückzug Carolin Schönwalds aus dem Kreistag hat das grobe Missverhältnis zwischen weiblichen und männlichen Kommunalpolitikerinnen in den Fokus gerückt. Besonders drastisch ist es in Wriezen, wo Celeste Schubert die einzige Frau neben 17 männlichen Stadtverordneten ist. Ein Gespräch über Naivität, Frust und das Fehlen weiblicher Perspektiven ...

Am 6. Juni 2026 traf sich das „Parlament der Dörfer“ am Seddiner See. 130 Menschen und Initiativen, Dorfbewohner und Lokalpolitikerinnen arbeiteten ihre Forderungen aus, fügten sie zusammen und und übergaben sie als Deklaration an die Landesregierung.

In der dritten Ausgabe von DER BLICK berichteten wir über den Rücktritt von Carolin Schönwald aus dem Kreistag Märkisch-Oderland. Im Text war von einer weiteren Frau die Rede, die ebenfalls ihr Mandat zurückgab. Es ging um Anja Frohloff. Sie war bis Oktober 2025 für die CDU im Kreistag. Wir sprachen mit ihr über ihre Entscheidung ...

Am 11. Mai wurden in Potsdam die Preise des Innenstadtwettbewerbs 2025/26 des Bündnisses für lebendige Innenstädte vergeben. Insgesamt 14 Preiträgerprojekte und fünf Anerkennungen prämiert. Vier prämierte Projekte kommen aus Märkisch-Oderland, genauer aus Strausberg, Altlandsberg, Seelow und Müncheberg ...

Rettung in letzter Sekunde: das Gutshaus in Altfriedland stand vor dem endgültigen Verfall. Dann übernahm es Familie von Oppen. Und obwohl noch immer Spuren des jahrzehntelangen Verfalls deutlich sichtbar sind, mausert sich das alte Gebäude in Altfriedland zu einem „Gutshaus der Zukunft“. Diese soll hier aktiv gestaltet werden. Ein Interview mit Christian von Oppen.

Die Getreideernte hätte dieses Jahr in ganz Deutschland eine überdurchschnittlich gute werden können. Im Juni jedoch ging eine erste Hitzewelle über Deutschland hinweg und hat vielerorts für massive Schäden gesorgt ...

Landwirtschaft schrammt an Grenzen. Klimatisch, finanziell und durch alternative Flächennutzung. Einige Menschen machen es anders. Kleiner, näher, direkter und solidarisch. 17 Hektar Fläche für eine stärkere Beziehung zwischen Landwirtschaft und Mensch. Was heißt das genau? Ein Gespräch mit Sonia Bouissef-Rekab Ilyas, Judith Viebach, Katharina Demandt von der Lawine ...

Gedöns oder deutsche Ingenieurskunst. Realitätscheck mit einem gebrauchten E-Auto in Märkisch-Oderland.

Dieses Jahr wurden erneut Temperaturrekorde geknackt. Tagelange Hitze ist für einige unangenehm, für andere eine echte Gefahr. Ursachen, Folgen und Auswirkungen hausgemacht.

Am 17. Juni 1991 wurde der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag in Bonn unterzeichnet. Vor Ort sind es vor allem die Deutsch-Polnischen Gesellschaften, die sich für Vertrauen, Zusammenhalt und grenzüberschreitende Begegnungen engagieren. DER BLICK sprach mit der Vorsitzenden des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaften (dpgb), Simona Koß und ihrer polnischen Amtskollegin Dr. Aleksandra Burdziej.

Der Wriezener Sänger und Songwriter macht sich in letzter Zeit ein bisschen rar. Umso schöner, dass er am 6. September in der Stadtpfarrkirche Müncheberg ein Konzert gibt. Weniger Folk als früher, mehr Blues, aber wie immer aus eigenem Kugelschreiber.

Zum vierten Mal zeigen die Ev. Johanniter-Schulen-Wriezen ausgewählte Werke Ihrer Schülerinnen und Schüler in der Wriezener Galerie für zeitgenössische Kunst. Am Ende entscheidet das Publikum über die Preisträger des ausgelobten Kunstpreises.

Ein Kinderbuch, die wahre Geschichte dahinter und die persönlichen Erfahrungen eines Mannes, dessen Familie eng damit verbunden ist: In der Dorfscheune Prädikow erlebten die Gäste am Sonnabend einen Abend, an dem Literatur und Musik ebenso ihren Platz hatten wie sehr persönliche Gespräche um Vorurteile und Ausgrenzung.

Leitartikel und Kommentare vorheriger Ausgaben

Hochwasserschutz geht vor Biberschutz. Das regelt die Brandenburgische Biberverordnung. Diese wurde nun überarbeitet. Der Biber kann leichter entnommen werden. Das macht den BUND unglücklich, aber auch den Landesbauernverband. Letzterer hatte schon gewünscht, den Biber auch vermarkten zu können. Von Steffen Blunk

Ausgabe I/26 - Kommentar zum Thema Herausforderung und Chance: Kommunale Wärmeplanung Von Christian Göritz-Vorhof Die Straße von Hormus in Verbindung mit der kommunalen Wärmeplanung von Märkisch-Oderland zu bringen, scheint auf den ersten Blick sehr weit hergeholt: Das eine ist eine geografische Region im Nahen Osten, das andere eine Aufgabe, die Verwaltungen und Beratungsbüros in Deutschland zu erledigen haben ...