Die Idee sollte Bürgerinnen und Bürgern mehr Flexibilität bringen: Das Ausgabeterminal am Markt in Eggersdorf. Das ging nicht ohne Hürden. Mit Stephan Schwabe, Fachbereichsleiter Bürgerdienste und Standesbeamter der Gemeinde Petershagen/Eggersdorf, sprachen wir über Umsetzbarkeit, Hürden und Chancen ...
Ein Blick auf Märkisch-Oderlands schöne Seiten: Frühling in Müncheberg. Foto: sbl
Es existiert nur,
was in der Zeitung steht
Wenn klassische Medien sich aus der Fläche zurückziehen, wenn nur noch veröffentlicht wird, was Klicks bringt, dann steht viel zu vieles auf der Kippe, vor allem im ländlichen Raum. Höchste Zeit, diesem Rückzug etwas Neues entgegenzusetzen!
Die Auflagen fast aller Tageszeitungen in Deutschland gehen seit Jahren zurück. Sie befinden sich in einem Abwärtsstrudel: die Kosten steigen. Also muss die Produktivität erhöht werden. Das geht zu Lasten der Qualität. Abonnenten kündigen. Abopreise steigen, Werbeeinnahmen sinken. Ein Teufelskreis. Die Folgen, vor allem für den ländlichen Raum, sind verheerend, auch in Märkisch-Oderland. Denn letztendlich findet nur statt, existiert nur, was in der Zeitung steht.
Beispiel Kommunalpolitik
Längst ist es für Redakteure nicht mehr üblich, in Stadtverordneten-Versammlungen oder Gemeinderatssitzungen zu gehen – oder gar in Ausschusssitzungen! Viele, auch wichtige Themen finden so ihren Weg nicht mehr in die Öffentlichkeit. Wenn aber niemand mehr über das berichtet, was die ehrenamtlichen (!) Gemeinderäte und Stadtverordneten so machen, wenn Beratungen, Diskussionen, Auseinandersetzungen, der ganze lange Weg bis zur Beschlussfassung, nicht mehr beschrieben und erklärt werden, nehmen Unverständnis und in der Folge Politikverdrossenheit zu. Logisch, dass immer weniger Menschen Lust haben, sich kommunalpolitisch zu engagieren.
Aber es betrifft nicht nur die Kommunalpolitik, es betrifft auch die Wirtschaft, das gesellschaftliche Zusammenleben, die Kultur. Wenn es für ein kleines Theater, ein Museum, eine Galerie zum Glückspiel wird, ob die Lokalzeitung noch über ihr Programm berichtet, woher soll das Publikum dann wissen, was im Kreis passiert?
Eine neue Zeitung entsteht
Uns beschäftigt das seit langem. Wir wollen eine andere Art der Berichterstattung. Texte, die nicht auf „Clickbait“ aus sind, sondern die sich Zeit nehmen, die erklären, Zusammenhänge darstellen. Wir wollen recherchieren, Gespräche führen, darüber berichten, was in unserer Region passiert. Nicht über alles, das schaffen auch wir nicht. Und dafür erscheinen wir auch nicht in entsprechend kurzen Intervallen. Dafür aber gründlich und ausgewogen über möglichst Vieles.
DER BLICK auf Märkisch-Oderland beginnt als Online-„Zeitung“, aber wir sind der Überzeugung, dass wir zumindest in regelmäßigen Abständen auch gedruckt erscheinen müssen. Um Menschen zu erreichen, die nicht online lesen wollen. Oder die in ihrem Ort kein schnelles Internet haben.
Die Gründung dieser Zeitung ist eine Entdeckungsreise, auch für uns. Wir freuen uns, wenn Sie uns begleiten!
Nur positives!
Die Welt scheint aus den Fugen zu geraten. Täglich werden wir von schlechten Nachrichten überschwemmt. Das belastet uns alle. Und dennoch gibt es sie, die positiven, die schönen Nachrichten. Das kann eine positive Erfahrung mit Behörden, Geschäften, Nachbarn sein, ein Moment des Glücks in der Natur, das großartige Essen in einem märkischen Gasthaus. Lassen Sie uns teilhaben an Ihren positiven Nachrichten und schreiben Sie uns an nur-positives@mol-blick.de
Seit 2024 ist der Bürgerbus der Gemeinde Prötzel im Einsatz. Der – übrigens vollelektrische – Kleinbus war Anfang November übergeben worden und dient seitdem als ehrenamtlich organisierter Fahrdienst für die Ortsteile Prötzel, Prädikow und Sternebeck ...
Politik
Fredersdorf‑Vogelsdorf ringt um die Zukunft seiner Sportinfrastruktur. Radrennbahn und Sportfunktionsgebäude stehen auf der Agenda – doch knappe Ressourcen, lange Planungszeiten und gesetzliche Fristen erschweren die Umsetzung ...
Rund 40 Personen kamen zum Bürgerdialog der AfD Märkisch-Oderland in die Alte Schule nach Letschin. Der Abend lief nicht wie erwartet - die Anwesenden wollten die negativen Darstellungen der Zustände nicht akzeptieren ...
Am 16. Juli 2026 diskutierte der Gemeinderat in Petershagen/Eggersdorf über Mähroboter und Igel. Die einen wollen ein Verbot, andere vertrauen auf den gesunden Menschenverstand. Regeln sind vorhanden, Kontrolle kaum möglich.
Wirtschaft & Gesellschaft
Die Getreideernte hätte dieses Jahr in ganz Deutschland eine überdurchschnittlich gute werden können. Im Juni jedoch ging eine erste Hitzewelle über Deutschland hinweg und hat vielerorts für massive Schäden gesorgt ...
Landwirtschaft schrammt an Grenzen. Klimatisch, finanziell und durch alternative Flächennutzung. Einige Menschen machen es anders. Kleiner, näher, direkter und solidarisch. 17 Hektar Fläche für eine stärkere Beziehung zwischen Landwirtschaft und Mensch. Was heißt das genau? Ein Gespräch mit Sonia Bouissef-Rekab Ilyas, Judith Viebach, Katharina Demandt von der Lawine ...
Gedöns oder deutsche Ingenieurskunst. Realitätscheck mit einem gebrauchten E-Auto in Märkisch-Oderland.
Kunst & Kultur
Viele Gemeinden und Landkreise haben Wappen. Die Geschichten dahinter sind oft unbekannt, aber interessant. Wir stellen die Wappen vor und beginnen mit dem Landkreis Märkisch-Oderland ...
Wenn sich an den Kunst-Loose-Tagen Türen von Ateliers, Werkstätten, Höfen und Kirchen öffnen, verwandelt sich das Oderbruch in eine lebendige Landschaft voller Begegnungen, Kreativität und Inspiration. Kunst begegnet den Besucherinnen und Besuchern hier nicht mit Distanz ...
Kommentar
Heißer Krieg und
kalte Stube
Von Christian Göritz-Vorhof
Die Straße von Hormus in Verbindung mit der kommunalen Wärmeplanung von Märkisch-Oderland zu bringen, scheint auf den ersten Blick sehr weit hergeholt: Das eine ist eine geografische Region im Nahen Osten, das andere eine Aufgabe, die Verwaltungen und Beratungsbüros in Deutschland zu erledigen haben.
Die kommunale Wärmeplanung steht für den Weg raus aus Kohle und Gas, raus aus Abhängigkeiten und rein in Preisstabilität, Planungssicherheit, Klimaschutz und CO2-Neutralität. Die Straße von Hormus ist eine Meeresenge, in der aktuell die Durchfahrt von Öltankern durch den Iran-Krieg blockiert oder zumindest beeinträchtigt wird und die so Sinnbild für unsere geografischen Abhängigkeiten ist.
Die Auswirkungen sehen wir seit Wochen an den Benzin- und Dieselpreisen an den Tanksäulen. Vorerst trifft es nur den Sprit. Aber durch den Krieg brennen auch Gasfelder im Iran, also steigt mit einiger Verzögerung auch der Gaspreis. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch die sogenannte „Ölpreiskopplung“, die Preisanpassungen bei bestehenden Lieferverträgen beschreibt.
Da wir unsere Raumwärme derzeit noch zu über 80 Prozent aus Öl und Gas erzeugen, deren Preis durch den aktuellen Konflikt unkalkulierbar steigen, wird der Zusammenhang deutlich.
Die mit dem Wärmeplanungsgesetz seit 2024 verpflichtende kommunale Wärmeplanung wird angesichts dessen zu einem notwendigen Mittel der Vorsorge vor unkalkulierbaren Heizkosten. Kommunen, die dies nicht angegangen sind, haben nun, neben der gesetzlichen Vorgabe, einen gewichtigen Grund mehr schleunigst damit zu beginnen.
Siehe Thema: https://mol-blick.de/herausforderung-und-chance-kommunale-waermeplanung/
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Kurzmeldungen
Oderbus wieder auf Fahrt durch das Oderbruch
Von April bis Anfang Oktober fährt der Oderbus 879 auch in diesem Jahr Sehenswürdigkeiten im Oderbruch an. Neu ist: er fährt nicht nur sonnabends sondern auch sonntags und an Feiertagen im Zwei-Stunden-Takt von Bad Freienwalde nach Wriezen und zurück. Erstmalig stoppt der Bus dabei auch am Oderbruchmuseum Altranft. Wie gewohnt bringt der Oderbus Besucher ins Kolonistendorf Neulietzegöricke und ans Theater am Rand. Rechtzeitig kommen Theaterbesucher abends zum letzten Zug nach Berlin.
Seit 2019 gibt es die Linie, die auf Initiative des Theaters in Zollbrücke ins Leben gerufen worden war. Informationen rund um den Bus finden Sie hier: https://oderbus.de/
