Seit 34 Jahren produziert Allresist hochspezialisierte Prozesschemikalien. Seit 1999 ist das Familienunternehmen in Strausberg angesiedelt. Das Unternehmen ist auf Wachstumskurs und wurde für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. Kann Nachhaltigkeit ein Erfolgsrezept sein?
Getreide leidet unter der Hitze - Ernteerträge schmelzen weg
Die Getreideernte hätte dieses Jahr in ganz Deutschland eine überdurchschnittlich gute werden können. Im Juni jedoch ging eine erste Hitzewelle über Deutschland hinweg und hat vielerorts für massive Schäden gesorgt. Von Steffen Blunk
Entsprechend hat der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) seine Ernteprognosen nach unten korrigiert: Rund 1,4 Millionen Tonnen Ernteertrag dürfte die Hitzewelle vernichtet haben, statt 44,1 Millionen Tonnen erwartet der Verband nun 42,7 Millionen Tonnen Ernte. Guido Seedler, Getreidemarktexperte des DRV, erklärt: „Die Bestände litten massiv unter der Hitze, oftmals wurden Pflanzen sogar notreif, haben also ihre Entwicklung vorzeitig beendet, was zu weniger oder kleineren Körnern in den Ähren führt.“ Gegenüber dem Vorjahr dürften die Erträge um 5,6 Prozent niedriger liegen. Insgesamt bewege sich der Ertrag aber immer noch in einem durchschnittlichen Bereich.
Märkisch-Oderland hatte im Juni ebenfalls Tage mit rekordverdächtigen Temperaturen. Brock Johnston ist einer der Landwirte, die von der Hitzewelle betroffen sind. Er ist Geschäftsführer der Agrargesellschaft Müncheberg mbH, die er zu einem ökologischen Landwirtschaftsbetrieb umbaut. Auf 1100 Hektar werden hier Gerste, Triticale, Roggen, Weizen, Lupine, Erbsen, Mais und Hafer angebaut. Der gebürtige Mecklenburger wirkt trotz der zurückliegenden Hitzetage gelassen: „Wir haben jetzt etwa die Hälfte geerntet und liegen bisher über unseren Ernteerwartungen.“ Das liege auch an einem „dankbaren Frühjahr“, das kühl gewesen sei und länger Wasser im Boden gelassen habe. „Die Hitzetage werden uns schon Ertrag kosten“, schätzt er die aktuelle Lage ein, ohne sagen zu können, wie viel: „Der Weizen ist in Notreife, die Körner werden nicht voll.“ Deutlich unterdurchschnittlich werde die Ernte jedoch nicht werden: „Die Frage ist eher, ob sich der Weizen für die Lebensmittelproduktion eignet oder zu Tierfutter wird.“
Auch wenn die Hitzewelle im Juni die Ernteerträge schmälert, ist die Situation derzeit weder laut DRV noch laut Landesbauernverband kritisch. Die klimatischen Veränderungen machen dennoch Sorge. Gerade rollt die nächste Hitzewelle über das Land. „Die jüngste Hitzewelle unterstreicht für den DRV erneut die Notwendigkeit, die Landwirtschaft konsequent an die Folgen des Klimawandels anzupassen“, heißt es von Seiten des Verbandes. Hitze- und Trockenheitsresistente Züchtungen seien eine wichtige Grundlage, aber auch neue Anbauverfahren wie Direktsaat, die den Feuchtigkeitsgehalt im Boden verbessern könnten. Bei dieser pfluglosen Aussaatmethode wird das Saatgut direkt in den unbearbeiteten Boden eingebracht. „Die auf der Oberfläche verbleibende Biomasse der Vorkultur wirkt dabei als schützende Mulchschicht, die die Verdunstung reduziert und den Bodenwasserhaushalt schont“, erläutert Seedler. Letzteres kommt für Brock Johnston nicht in Frage, da durch die Mulchschicht auch Unkrautwachstum gefördert wird, dessen er als Biolandwirt nicht Herr werden könnte. Eine seiner Strategien besteht im Verkleinern von Ackerflächen durch das Setzen von Hecken. Das kommt nicht nur den Böden zu Gute, sondern leistet auch einen guten Beitrag zum Artenschutz.
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