Familien werden wieder zu Helfern des Weihnachtsmanns

Aus 20 Geschenken wurden 186. In diesem Jahr hofft Patty Kramer auf über 200: Ihre regionale Weihnachtsaktion „Schenken macht glücklich“ geht in die achte Runde und erfreut sich steigender Beliebtheit. Auch in diesem November können Familien wieder gemeinsam Kindern zu Weihnachten Freude bereiten. Von Christian Göritz-Vorhof

Manchmal beginnt eine große Idee mit einer kleinen Frage: Warum müssen Weihnachtsgeschenke eigentlich immer neu gekauft werden? Und warum sollen sie um die halbe Welt reisen, wenn auch direkt vor unserer Haustür Kinder leben, denen eine kleine Überraschung große Freude bereiten kann?
Diese Gedanken beschäftigten Patty Kramer, Inhaberin der Yogilini Spielewelt, als sie vor einigen Jahren von der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ erfuhr. Die Idee des Schenkens gefiel ihr, doch sie wollte einen anderen Weg gehen: regional, nachhaltig und unkompliziert. Deshalb rief sie 2019 ihre eigene Weihnachtsaktion ins Leben: „Schenken macht glücklich“.
Es fing mit einer Sammlung in der Schulklasse ihrer Tochter an, bei der damals 20 Geschenke zusammenkamen. 2025 kamen bereits 186 liebevoll verpackte Päckchen zusammen. „Inzwischen hat sich die Aktion zu einer kleinen regionalen Weihnachtstradition entwickelt“, sagt Patty Kramer und hofft dieses Jahr, in der mittlerweile achten Auflage, auf erstmals mehr als 200 Geschenke.

Die Weihnachtsfreude beginnt
gemeinsam im Kinderzimmer

„Das Besondere an der Aktion ist nicht allein, dass Kinder beschenkt werden. Es ist auch die Art, wie die Geschenke entstehen. Eltern können gemeinsam mit ihren Kindern das eigene Kinderzimmer durchstöbern und überlegen: Womit spiele ich eigentlich nicht mehr? Welches Buch habe ich längst ausgelesen? Und was ist noch so gut erhalten, dass ein anderes Kind viel Freude daran haben könnte?“, so Patty Kramer. Natürlich dürfen auch neue Dinge verschenkt werden. Entscheidend sei, dass sie mit Liebe ausgesucht und verpackt werden. So werden Familien zu Weihnachtsmannhelfern und Kinder erfahren ganz nebenbei, wie schön es sein kann, etwas abzugeben und anderen eine Freude zu machen.
Die Päckchen sind für Kinder im Alter von null bis 14 Jahren bestimmt. Auf jedem fertigen Geschenk sollen Alter und Geschlecht vermerkt sein, damit es passend zugeordnet werden kann. Die Päckchen können während des gesamten Novembers abgegeben werden.
Die Geschenke werden über den Arbeitslosenverband in Strausberg und Seelow sowie die Kindernothilfe Oderbruch an Familien in der Region verteilt. In Seelow werden sie im Rahmen einer Weihnachtsfeier überreicht. In Strausberg gelangen die Päckchen gemeinsam mit der Lebensmittelausgabe der Tafel zu den Familien. Die Kindernothilfe Oderbruch bringt die Geschenke sogar direkt nach Hause. 
Patty Kramer ist bei den Übergaben an die Kinder und Familien nicht dabei. Ihr ganz persönlicher Höhepunkt sei ein anderer, so verrät sie: der Tag, an dem sie die vielen gesammelten Päckchen an die Einrichtungen übergeben kann.  „Dieser Moment ist immer wieder etwas Besonderes“, so die Organisatorin. Jedes Jahr ein paar Geschenke mehr und jedes Jahr ein bisschen mehr Weihnachtsfreude. Und vielleicht, so hofft Kramer, kann in diesem Jahr ein weiterer Arbeitslosenverband unterstützt werden.

Sieben Jahre lang wurde die Wohnung
vor Weihnachten ein Geschenkelager

Dass hinter der Aktion auch jede Menge organisatorische Arbeit steckt, zeigt eine kleine Anekdote: Seit sieben Jahren verwandelt sich die Wohnung von Patty Kramer im November in ein Weihnachtsgeschenkelager. Denn die vielen Päckchen mussten bislang irgendwo untergebracht werden, bis sie an die Einrichtungen übergeben werden konnten.
In diesem Jahr gibt es Unterstützung von der Stadtverwaltung Strausberg. Die Stadt stellt erstmals einen Raum zur Verfügung, in dem die Geschenke bis zur Abholung gelagert werden können. Auch das Familienbündnis Strausberg und das Eltern-Kind-Zentrum in Müncheberg unterstützen die Initiative inzwischen. Die Organisation selbst liegt weiterhin in den Händen von Patty Kramer.
Was sie nach all den Jahren motiviert, weiterzumachen? Vor allem die wachsende Begeisterung bei den Unterstützer:innen für die Aktion sowie Institutionen, die sich beteiligen wollen. Dazu zählen u.a. die VONOVIA in Strausberg und die Polizeiinspektion MOL. Mittlerweile werde sie vereinzelt schon im Oktober gefragt, ob es denn auch in diesem Jahr wieder „Schenken macht glücklich“ geben wird. Die Aktion ist bekannter geworden, die Zahl der Geschenke steigt und immer mehr Menschen möchten mithelfen. Dabei ist der Gedanke dahinter so einfach wie wertvoll: Ein Geschenk muss nicht teuer sein, um Freude zu bereiten. Manchmal wartet das schönste Weihnachtsgeschenk längst in einem Kinderzimmer darauf, ein zweites Mal Freude zu schenken.
Im November heißt es deshalb wieder: Kinderzimmer durchstöbern, Geschenke liebevoll verpacken und gemeinsam zu Weihnachtsmannhelfern werden!

So funktioniert „Schenken macht glücklich“

Wann? Den gesamten November 2026
Für wen? Kinder von 0 bis 14 Jahren
Was? Sehr gut erhaltene oder neue Spielsachen, Bücher und andere schöne Dinge
Wie? Ein Geschenk auswählen, liebevoll verpacken und mit Alter und Geschlecht des beschenkten Kindes kennzeichnen.
Wo? Die Sammelstellen können auf www.yogilini-spielewelt.de/geschenkeaktion eingesehen werden.

Initiatorin: Patty Kramer, Yogilini Spielewelt

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