Zwischen Bedarf und knappen Ressourcen

Fredersdorf‑Vogelsdorf ringt um die Zukunft seiner Sportinfrastruktur. Radrennbahn und Sportfunktionsgebäude stehen auf der Agenda – doch knappe Ressourcen, lange Planungszeiten und gesetzliche Fristen erschweren die Umsetzung. Auch Eigenleistungen der Vereine können die Situation kaum entlasten. Welche Wege bleiben der Gemeinde, um dennoch voranzukommen? Von Peter Küllmer

Wie lässt sich die notwendige Sportinfrastruktur sichern, wenn gleichzeitig Personalengpässe, lange Planungszeiten und gesetzliche Fristen den Handlungsspielraum begrenzen? Eine Frage, die nicht nur Fredersdorf-Vogelsdorf umtreiben dürfte. Foto: Peter Küllmer

Die Gemeinde Fredersdorf‑Vogelsdorf steht bei zwei wichtigen Projekten vor einem bekannten kommunalen Dilemma: Die Radrennbahn und das geplante Sportfunktionsgebäude in Vogelsdorf benötigen Investitionen – gleichzeitig sind Personal und Zeit knapp.

Die Gemeindevertretung hatte 2025 beschlossen, die Planung des Sportfunktionsgebäudes zu priorisieren und die Radrennbahn zunächst zurückzustellen. Die Verwaltung hat inzwischen die Vergabeunterlagen vorbereitet, ein Beschluss ist für September 2026 vorgesehen. Nach aktuellem Stand wäre eine Fertigstellung frühestens 2030 möglich. Für die Radrennbahn zeigt die Verwaltung auf, dass eine Teilinstandsetzung nicht ausreicht, auch wenn Teile der Gemeindevertretung bzw. die Rennfahrer vor Ort befürworten, eine umfassende Sanierung notwendig wäre. Bereits 2022 hatte die Gemeinde zugesagt, sich mit bis zu 1,1 Millionen Euro zu beteiligen, doch Fördermittel blieben bislang aus.

Hinzu kommt eine gesetzliche Frist im sogenannten Sondervermögen: Nach dem Zukunftspaket‑Brandenburg‑Errichtungsgesetz müssen die Kommunen mindestens 50 Prozent ihrer Budgets bis zum 31. Dezember 2029 für fällige Rechnungen verausgaben. Wird diese Marke nicht erreicht, kann das Land Mittel innerhalb der kommunalen Ebene umschichten. Für Projekte mit langen Planungs‑ und Bauzeiten – wie Radrennbahn und Sportfunktionsgebäude – ist das ein Risiko.

Die Verwaltung weist deshalb darauf hin, dass beide Vorhaben zwar weiterhin berücksichtigt werden, aber erst im Mai 2026 im Rahmen der gesamten Investitionsplanung neu eingeordnet werden sollen. Eine isolierte Einzelentscheidung hält sie derzeit nicht für sinnvoll.

Damit bleibt die zentrale Frage offen: Wie lässt sich die notwendige Sportinfrastruktur sichern, wenn gleichzeitig Personalengpässe, lange Planungszeiten und gesetzliche Fristen den Handlungsspielraum begrenzen? Neben der klassischen Eigenrealisierung könnten auch alternative Modelle – etwa Kooperationen mit spezialisierten Infrastrukturentwicklern (Bsp. Hemsö in Rangsdorf) – eine Rolle spielen. Welche Lösung am Ende tragfähig ist, wird die Gemeinde in den kommenden Monaten entscheiden müssen.

Am 11. Mai wurden in Potsdam die Preise des Innenstadtwettbewerbs 2025/26 des Bündnisses für lebendige Innenstädte vergeben. Insgesamt 14 Preiträgerprojekte und fünf Anerkennungen prämiert. Vier prämierte Projekte kommen aus Märkisch-Oderland, genauer aus Strausberg, Altlandsberg, Seelow und Müncheberg ...

Am 6. Juni werden beim 3. Parlament der Dörfer Forderungen der Dorfbewegung an die Landesregierung übergeben. Was verbirgt sich hinter dieser Bewegung? Wir sprachen mit Grit Körmer, Vorstandsmitglied der Dorfbewegung Brandenburg über die Herausforderungen des ländlichen Raums ...

Carolin Schönwald gibt ihr Madat für den Kreistag zurück. Unvereinbarkeit von Mandat, Beruf und Familie sowie mangelnde Möglichkeiten haben zu diesem Schritt geführt. Wir sprachen mit ihr über Schwierigkeiten, konstruktiv Politik zu machen ...

Seit der letzten Wahl sitzt Sina Schönbrunn für die SPD im Landtag. Seit wenigen Wochen ist sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende, außerdem Sprecherin für Pflege- und Queerpolitik und für Menschen mit Behinderung. Wir sprachen mit ihr über Politik in schwierigen Zeiten ...

Rund 40 Personen kamen zum Bürgerdialog der AfD Märkisch-Oderland in die Alte Schule nach Letschin. Der Abend lief nicht wie erwartet - die Anwesenden wollten die negativen Darstellungen der Zustände nicht akzeptieren ...

Ein Duft von internationalen Spezialitäten, Live-Musik lokaler Bands und ein Marktplatz als Ort der Begegnung: „Bad Freienwalde ist bunt“ hat sich seit 2021 zu einem festen Termin im Kalender der Stadt entwickelt ...

Fredersdorf‑Vogelsdorf ringt um die Zukunft seiner Sportinfrastruktur. Radrennbahn und Sportfunktionsgebäude stehen auf der Agenda – doch knappe Ressourcen, lange Planungszeiten und gesetzliche Fristen erschweren die Umsetzung ...

Die Strausberger Stadtverordneten haben sowohl die Haupt- als auch die Stichwahl zum Bürgermeister für ungültig erklärt. Kein Skandal, sondern ein Beispiel für funktionierende Demokratie ...

Der neue Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU steht. 30 von insgesamt 1311 Zeilen widmen die Koalitionäre dem Thema Schiene. Es sind 30 Zeilen, in denen nichts zum Thema Streckenreaktivierung steht. Auch nicht zur Wriezener Bahn.


Entdecke mehr von Der Blick auf Märkisch-Oderland

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.