Geschützte Räume sind superwichtig!
Sich zeigen zu können, ohne Angst vor Bewertungen zu haben – das ist Anliegen des „Komm in Kontakt Cafés“ und des „Mädchentreffs“, das die Selbsthilfekontaktstelle in Bad Freienwalde einmal im Monat veranstaltet. Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Childs of Addicts“ wurden die Angebote vorgestellt.
In der letzten Februarwoche fand die bundesweite Aktionswoche „Childs of Addicts“ (CoA) für Kinder aus suchtbelasteten Familien statt. Unter der Schirmherrschaft des Bundesdrogenbeauftragten Prof. Hendrik Streek sollte damit auf die Herausforderungen und Risiken von Kindern aufmerksam gemacht werden, die in suchtbelasteten Elternhäusern aufwachsen. Um lokal auf das Thema und Angebote zur Selbsthilfe für Jugendliche hinzuweisen, hatte die Selbsthilfekontaktstelle in Bad Freienwalde Ende Februar zu einem solchen Selbsthilfetermin eingeladen. Der Termin fand im Rahmen des Projekts Junge Selbsthilfe statt, das von Lisa Wiese seit vier Monaten begleitet wird und von der Techniker Krankenkasse gefördert wird.
„Ich finde es superwichtig, dass es geschützte Räume gibt, um sich ehrlich zeigen zu können und ohne Angst haben zu müssen, bewertet zu werden.“, fasst Lisa Wiese die Bedeutung des Projekts und ihre eigene Motivation, sich dafür zu engagieren, zusammen. Auch für junge Menschen sei dies wichtig.
Um vor allem Betroffene über das Angebot zu informieren, findet einmal im Monat ein „Komm in Kontakt Café“ für Menschen von 14 bis 99 Jahren sowie ebenfalls einmal monatlich ein „Mädchentreff“ statt. Letzteres, damit Mädchen unter sich sein können.
Informationen zu Angeboten werden auf der Website geteilt, sowie als Flyer unter anderem in Arztpraxen und auf Social-Media-Kanälen verteilt.
Selbsthilfe bedeutet,
gemeinsam Lösungen zu finden
Angebote zur Selbsthilfe erlauben es Menschen zusammenzukommen und zu sehen, dass sie mit ihren Problemen wie Sucht, Krebs oder anderen Belastungen nicht allein sind und sich mit ihren Herausforderungen gesehen fühlen. Im Umkreis von Bad Freienwalde gibt es ca. 40 aktive Selbsthilfegruppen mit etwa 400 Teilnehmenden. In diesen Gruppen geben sich die Teilnehmenden gegenseitig Unterstützung und helfen sich bei ihren Sorgen und Problemen und schöpfen dadurch neuen Mut und Lebensfreude und stärken ihr Selbstwertgefühl, stellt Marion Brunnert die Bedeutung der Angebote dar.
Sie hob hervor, dass Selbsthilfe gerade nicht bedeutet, nur im Kreis zu sitzen und sich zu erzählen, was am Tag gelaufen ist. Vielmehr sind die Gruppen auf vielfältige Weise aktiv tätig. So finden die Gespräche häufig beim kreativen Werkeln oder beim Spazierengehen statt. Spaziergänge sowie Aktivitäten an der frischen Luft tragen zur Auflockerung der Atmosphäre bei und befördern Gespräche und Austausch.
So wird unter anderem ein „Spaziergang Neurodivers“ für Menschen mit ADHS, Autismus oder Asperger und deren Angehörige am 28. April um 16:00 Uhr mit Start an der Kontaktstelle angeboten.
Alle Treffen finden in der Selbsthilfekontaktstelle statt oder starten dort.
Servicehinweis
Website der Selbsthilfekontaktstelle:
https://selbsthilfekontaktstelle.vfbq.de/
Junge Selbsthilfe auf Instagram:
