Heißer Krieg und kalte Stube
Ausgabe I/26 – Kommentar zum Thema Herausforderung und Chance: Kommunale Wärmeplanung
Von Christian Göritz-Vorhof
Die Straße von Hormus in Verbindung mit der kommunalen Wärmeplanung von Märkisch-Oderland zu bringen, scheint auf den ersten Blick sehr weit hergeholt: Das eine ist eine geografische Region im Nahen Osten, das andere eine Aufgabe, die Verwaltungen und Beratungsbüros in Deutschland zu erledigen haben.
Die kommunale Wärmeplanung steht für den Weg raus aus Kohle und Gas, raus aus Abhängigkeiten und rein in Preisstabilität, Planungssicherheit, Klimaschutz und CO2-Neutralität. Die Straße von Hormus ist eine Meeresenge, in der aktuell die Durchfahrt von Öltankern durch den Iran-Krieg blockiert oder zumindest beeinträchtigt wird und die so Sinnbild für unsere geografischen Abhängigkeiten ist.
Die Auswirkungen sehen wir seit Wochen an den Benzin- und Dieselpreisen an den Tanksäulen. Vorerst trifft es nur den Sprit. Aber durch den Krieg brennen auch Gasfelder im Iran, also steigt mit einiger Verzögerung auch der Gaspreis. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch die sogenannte „Ölpreiskopplung“, die Preisanpassungen bei bestehenden Lieferverträgen beschreibt.
Da wir unsere Raumwärme derzeit noch zu über 80 Prozent aus Öl und Gas erzeugen, deren Preis durch den aktuellen Konflikt unkalkulierbar steigen, wird der Zusammenhang deutlich.
Die mit dem Wärmeplanungsgesetz seit 2024 verpflichtende kommunale Wärmeplanung wird angesichts dessen zu einem notwendigen Mittel der Vorsorge vor unkalkulierbaren Heizkosten. Kommunen, die dies nicht angegangen sind, haben nun, neben der gesetzlichen Vorgabe, einen gewichtigen Grund mehr schleunigst damit zu beginnen.
Siehe Thema: https://mol-blick.de/herausforderung-und-chance-kommunale-waermeplanung/
