Vom 15. bis 17. Mai finden die 28. Kunst-Loose-Tage im Oderbruch statt. 38 Künstler:innen und Künstler öffnen in diesem Jahr ihre Höfe und Ateliers, flankiert von Ausstellungen in Museen und Galerien.
Einladend geöffnete Tore: Kunst-Loose-Tage 2026
Vom 15. bis 17. Mai finden die 28. Kunst-Loose-Tage im Oderbruch statt. 38 Künstlerinnen und Künstler öffnen in diesem Jahr ihre Höfe und Ateliers, flankiert von Ausstellungen in Museen und Galerien.
Im Laufe der Jahre haben sich die Kunst-Loose-Tage zu einem kulturellen Höhepunkt in Märkisch-Oderland entwickelt. Besucher aus ganz Deutschland verbringen das verlängerte Wochenende an der Oder und fahren, oft mit dem Fahrrad, von Hof zu Hof, von Atelier zu Atelier.
Das Oderbruch im Sinne der Kunst-Loose-Tage ist dabei eine recht fest definierte Region, deren Ausfransen an den Rändern die Organisatorinnen von Anbeginn an zu verhindern suchten. Dennoch reicht die dreitägige Veranstaltung mittlerweile von Oderberg, wo in diesem Jahr eine dritte Künstlerin, Faezeh Shakoori, als Teilnehmerin hinzugekommen ist, und Falkenberg im Norden über Cöthen mit Johanna Frohberg und Gersdorf mit Christine Hielscher und Dietrich Jacobs im Nordwesten bis nach Lietzen mit Erika Stürmer-Alex als südlichstem Punkt. Und wer, wenn nicht Erika Stürmer-Alex verkörpert in Persona die alteingesessene Künstlerschaft des Oderbruchs.
„Wir haben schon immer, wenn es um Randständige ging, herumgefeilscht, was ist Oderbruch?“, erzählt Mitorganisatorin Almut Undisz: „Ich erinnere mich noch an unseren internen Kampf, ob wir Cöthen dazunehmen. Das ist nun mal kein Oderbruch. Da wurde dann gesagt, aber Gersdorf ist auch kein Oderbruch, die sind auch schon auf der Kante oben.“ Allerdings ist Gersdorf von Beginn an dabei und habe damit sozusagen Bestandsschutz. Die Diskussion wird sicher fortgesetzt werden, denn: „Ein bisschen Kante haben wir eben dabei“, wie Mathilde Scholz sagt. In deren Händen liegt mittlerweile ein Gutteil der Organisationsaufgaben. Wichtig sei insgesamt, dass es nicht so unüberschaubar ausfranse, wie zum Beispiel die Offenen Ateliers in Mecklenburg-Vorpommern, wo man von einem zum nächsten Atelier manchmal eine Stunde Autofahrt habe, sagt Almut Undisz: „Wir fanden es immer schön, dass das hier ein begrenztes Gebiet ist.“
Auch dieses begrenzte Gebiet fordert, mehr als einen Tag unterwegs zu sein. Es bietet sich an, die Übersichts-Karte zu Rate zu ziehen und sich vorab eine Route für jeden Tag vorzunehmen: https://kunst-im-oderbruch.de/wp-content/uploads/2026/03/XXVIII_KLT-2026_klein.pdf. Die Karte gibt es auch in den offenen Ateliers in gedruckter Form zum Mitnehmen. Aber Achtung: nicht alle Ateliers öffnen an allen drei Tagen, mit Hilfe der Website lässt sich das aber gut vorausplanen: https://kunst-im-oderbruch.de/
Die Organisation der Kunst-Loose-Tage liegt von Beginn an in den Händen einer kleinen Gruppe von sieben Freundinnen, die dafür auch den Förderverein Wilhelmsaue e.V. gegründet hatten. Spaß an der Organisation, das gemeinsame Machen, das miteinander Reden und Zusammensein sind die Grundlage für die fast drei Jahrzehnte währende Kontinuität. Jetzt erfolgt, fast unmerklich, ein sanfter Generationenwechsel. „Wir haben uns seit einigen Jahre gefragt, wie lange wir das noch machen wollen“, sagt Almut Undisz. Und tatsächlich ist ein so langes Durchhalten bei der Organisation eines so großen Events ja eine rühmliche Ausnahme. Nun scheint der Wechsel auf jüngere Schultern machbar: Mit Mathilde Scholz hatte bereits 2024 eine neue Mitstreiterin vieles an Organisation übernommen.
Derzeit wechselt auch die Plattform hinter Kunst-Loose-Tage vom Förderverein Wilhelmsaue zu .exe e.V., einem noch jungen Verein aus Letschin, in dem Mathilde Scholz Mitglied ist. .exe e.V. hat sich Förderung und Umsetzung von Heimatpflege im Oderbruch und näherer Umgebung zum Ziel gesetzt. Lokale Kulturförderung, z.B. mit Konzerten und Ausstellungen, und die Förderung engagierter Menschen und Künstler sind Aufgaben des Vereins. Die Übernahme der Organisation des größten Kunstevents im Oderbruch liegt also nahe. „Wir sind mit den Kunst-Loose-Tage groß geworden. Die sind ein Wert für uns“, sagt Mathilde Scholz und verspricht den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler, dass sich nicht viel ändern werde.
Gleichzeitig öffnet sich durch die Übernahme durch den neuen Verein aber eine Perspektive für die nächsten Jahre: es geht weiter. Und das hat doch etwas ähnlich Beruhigendes wie der Blick auf den großen Fluss und die Landschaft selbst, in der die Kunst-Loose-Tage stattfinden.
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